Spar- und Bauverein Solingen eG
Im Juli 1897 gründeten Arbeiter der Fa. Weyersberg, Kirschbaum & Co. die Genossenschaft. Bereits ein halbes Jahr später schloss sich den Gründern ein evangelischer Arbeiterverein an. In den ersten 12 Jahren seines Bestehens hatte der Spar- und Bauverein nur 54 Wohnungen errichtet. Erst mit der Aufforderung der Solinger Gewerkschaften an ihre Mitglieder, sich der Genossenschaft anzuschließen, begann das Wachstum.
 Die erste Siedlung an der Lerchenstraße, erbaut ab 1911
1912 wurde der Sozialdemokrat und spätere Ministerialdirektor im preußischen Wohlfahrtsministerium Hermann Meyer Geschäftsführer und legte den Grundstein für die heutige Bedeutung des Unternehmens. In den 20 Jahren seiner Tätigkeit stieg die Mitgliederzahl von 500 auf über 6000 an und die Zahl der gebauten Wohnungen von knapp über 100 auf mehr als 3000. Es entstanden Siedlungen mit Gartenstadt-Charakter, die vorbildlich für den Wohnungsbau der 20er Jahre waren, die Lerchenstraße, der Kannenhof, der Böckerhof und vor allem der Weegerhof mit über 500 Wohneinheiten und zahlreichen Sozialeinrichtungen wie Kindergarten, Waschhaus und Genossenschaftshaus.
Das Größenwachstum sah man beim Spar- und Bauverein auch als Gefahr, dass die Mitglieder den engen Kontakt zu ihrem eigenen Unternehmens verlieren könnten. Bereits 1921 wurde deshalb eine besondere Form der Mitbestimmung in den Siedlungen eingeführt. Die „Selbstverwaltung“ durch die Bewohner und ihre gewählten Vertauensleute hat sich bis heute bewährt, auch da sie ständig den Anforderungen der Zeit angepasst wird.
Die zweite große Bauphase des Spar- und Bauvereins begann nach der Währungsreform von 1948. In Solingen herrschte Wohnungsnot. Nicht nur die eigenen Mitglieder, die ihre Wohnungen durch Bombenschäden verloren hatten mussten versorgt werden, sondern zusätzlich Ost-Flüchtlinge. Rund um die Solinger Innenstadt entstanden nun weitere Großsiedlungen der Genossenschaft, die Siedlungen Weyersberg, IV. Feld oder Am Wasserturm; zwischen 1950 und 1970 insgesamt rund 3500 Neubauwohnungen.
Fast die Hälfte des heutigen Wohnungsbestandes stammt aus der Zeit der Neubauprogramme. Auch in der Folgezeit wurde neben der Modernisierung von Althausbeständen immer wieder neu gebaut, aktuell ist die Siedlung Börkhauser Feld im Entstehen, in der vor allem Einfamilien-Reihenhäuser gebaut werden, die in genossenschaftlichem Besitz bleiben. Auch aufgrund des Fehlens einer städtischen Wohnungsbaugesellschaft in Solingen, die bereits in den 20er Jahren dem Spar- und Bauverein angegliedert worden war, entwickelte sich die Genossenschaft zur mitgliederstärksten des Rheinlandes. In Solingen wohnt etwa jeder zehnte Einwohner beim Spar- und Bauverein.
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Spar- und Bauverein Solingen eG Kölner Str. 47 42651 Solingen Tel: 0212/20660 Fax: 0212/18782
info@sbv-solingen.de www.sbv-solingen.de
Gründung: 11. Juli 1897
Wohnungen 2005: 7308
Mitglieder 2005: 14.213
Zum Archiv: Siedlungen Einrichtungen Personen Literatur
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