Wohnungsbau Mülheim (Gemeinnützige Wohnungsgenossenschaft) eG
23 Mülheimer gründeten 1898 die „Spar- und Baugenossenschaft evangelischer Bürger und Arbeiter Mülheim an der Ruhr“. Sie waren zumeist Handwerker und organisiert in einem evangelischen Arbeiterverein. Ziel der Gründer war es, Eigenheime für die Mitglieder zu bauen. An der Kreuzstraße in Holthausen wurden die ersten Doppelhäuser 1899 bezugsfertig. Zu ihren ersten „Mietshäusern“ kam die Genossenschaft durch die Übernahme des im Jahre 1906 in Zahlungsschwierigkeiten geratenen „Allgemeinen Spar- und Bauvereins Mülheim“.
Salierstraße
1921 hatte die Genossenschaft 238 `Wohngelegenheiten` (Mietwohnungen) und 116 Einfamilien-Doppelhäuser errichtet. In den 20er Jahren konnten rund 200 weitere Wohnungen gebaut werden; in dieser Zeit aber nur noch genossenschaftlicher Gemeinschaftsbesitz, da der Eigenheim-Erwerb für die meisten Mitglieder nicht mehr zu finanzieren war.
Bis dahin hatte die Genossenschaft eine wichtige, aber relativ unspektakuläre Rolle bei der Wohnungsversorgung in Mülheim gespielt. Mit dem „Gleichschaltungserlass“ der Nationalsozialisten wurde der Zusammenschluss der beiden in Mülheim bestehenden Wohnungsgenossenschaften beschlossen, dem Spar- und Bauverein sowie der in Heißen gegründeten „Eigenheim“. Die neue Genossenschaft erhielt den Namen „Mülheimer Wohnungsbau eGmbH“, die nunmehr 1612 Wohnungen verwaltete.
Die 1950er Jahre standen ganz im Zeichen des Wiederaufbaus. Staatliche Wohnungsbauprogramme sorgten dafür, dass der Wohnungsmangel in den Städten, bedingt durch Kriegszerstörungen und fehlenden Neubau während der Kriegsjahre, beseitigt werden konnten. Die „Mülheimer Wohnungsbau“ verdoppelte ihren Wohnungsbestand in diesen 10 Jahren auf knapp 3000 Wohnungen.
Bis Anfang der 1970er Jahre setzte die Mülheimer Wohnungsbau Genossenschaft größere Neubauprogramme um, da die Wohnungsnachfrage aufgrund von Zuwanderung und des Bedarfs an besser ausgestatteten Wohnungen vorhanden war. Wegen der sich ändernden Wünsche der Mitglieder baute die Genossenschaft erstmals auch Eigenheime zum Verkauf und später Eigentumswohnungen. In dieser Zeit begann schon die umfangreiche Modernisierung von Bestandswohnungen.
In den 90er Jahren wird die Genossenschaft in unterschiedlichen Feldern aktiv. Neben Neubaumaßnahmen zu Beginn der 90er Jahre, kauft sie zwei große Siedlung mit insgesamt 354 Wohnungen an um die dortigen Mieter gegen die drohende Einzelprivatisierung ihrer Wohnungen zu unterstützen. 1994 wird eine Betreuungsgesellschaft gegründet, die vor allem die Eigentumswohnungen verwaltet und für den Bau von Eigenheimen zuständig ist. Auf die unterschiedlichen Bedürfnisse von Wohnungssuchenden wird eingegangen, stellt z.B. ein Gebäude für ein „Frauenhaus“ zur Verfügung, führt ein Bauprojekt mit Langzeitarbeitslosen durch oder unternimmt einen Modellversuch, um große Wohnungen von alleinstehenden Mitgliedern für den Bezug durch Familien frei zu bekommen.
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Gründung: 22. Juni 1898
Mitglieder 2005: 7979
Wohnungen 2005: 4471
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