Gemeinnützige Wohnungsgenossenschaft im Hönnetal eG
1899 wurde im Ortsteil Lendringsen der damals selbständigen Gemeinde Böingsen der „Gemeinnützige Spar- und Bauverein eGmbH im Hönnetal“ gegründet. Die Region gehörte damals zum Einzugsbereich der alten Industriestadt Iserlohn. Somit entstanden auch hier Industriebetriebe, als bedeutendste 1890 die Eisengießerei Rödinghausen und Mitte der 1890er Jahre die Kalkwerke. Arbeiter und Handwerker, die zugezogen waren, suchten Wohnungen.

Gleich im Gründungsjahr konnte die Genossenschaft ihre Arbeit beginnen. Es entstanden ausschließlich Eigenheime in Doppelhäusern, die an die Mitglieder verkauft wurden. Bis zum Ersten Weltkrieg konnten 102 Wohnungen fertig gestellt werden. Im Krieg und der folgenden Inflationszeit fehlten die Mittel aber auch Baumaterial und Handwerker. Nur unter Mitarbeit der Wohnungsanwärter konnten zwischen 1920 und 1923 noch 29 Doppelhäuser fertig gestellt werden. In der Folgezeit, bis zum Ausbruch des Zweiten Weltkriegs, hatte die Genossenschaft rund 400 Wohnungen gebaut. Seit den 1930er Jahren entstanden zum ersten Mal weniger Eigenheime als Geschosswohnungen, die im dauerhaften Besitz der Genossenschaft blieben.
Die meisten Wohnungen entstanden zwischen 1950 und 1970, rund 1500 Neubauwohnungen, darunter nur noch weniger als 400 Eigenheime. Darlehen für den Wohnungsbau kamen in den 50er Jahren auch von heimischen Betrieben, die Wohnungen für ihre Mitarbeiter benötigten. 1957 erweiterte die Genossenschaft ihren Tätigkeitsbereich auf die umliegenden Gemeinden des Amtes Menden, später auch auf die Stadt Menden selber. Trotzdem blieb die Gemeinde Lendringsen das wichtigste Baugebiet. Anfang der 70er Jahre beteiligte sich die Genossenschaft mit eigenen Bauten an der Neugestaltung des Ortskerns. Bis dahin war fast die Hälfte aller Wohnungen in der Gemeinde Genossenschaftsbauten. 1975 kam die Eingemeindung Lendringsens in die Stadt Menden.
In den 1980er Jahren veränderte sich die Lage auf dem Wohnungsmarkt. Geschosswohnungen wurden kaum noch vermietet. Eigenheime und Eigentumswohnungen waren weiter gefragt. Mit der Abschaffung der Gemeinnützigkeit für Wohnungsunternehmen ab 1990 entschied sich die Genossenschaft, eine Bauträgergesellschaft zu gründen. Die Genossenschaft ist „Vermieterin“, die Gesellschaft kauft und erschließt Baugelände bzw. betätigt sich im Neubau. Die Gesellschaft baute seit ihrer Gründung Eigentumshäuser und -wohnungen, Seniorenwohnungen mit Dienstleistungsangeboten, Wohnungen für Alleinerziehende und betreute den Umbau ehemaliger Kasernengebäude zu Wohnungen. Auch in Zukunft werden sich die Genossenschaft und ihr Tochterunternehmen auf sich ändernde Marktgegebenheiten einstellen.
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 Lendringser Platz 1 58710 Menden Tel: 02373/98900 Fax: 02373/989099
info@gewoge-menden.de www.gewoge-menden.de
Gründung: 28. April 1899
Wohnungen 2004: 2142
Mitglieder 2004: 3224
Zum Archiv: Siedlungen Einrichtungen Personen Literatur
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