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Bauverein zu Lünen eG

Als in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts Kohle und Stahl zu den wichtigsten Rohstoffen der sich entwickelnden Industrie zählten, begann man auch in Lünen mit der Stahlerzeugung bzw. 1891 wurde die erste Zeche in Betrieb genommen. Für die wachsende Bevölkerung wurden Wohnungen benötigt. Den ersten Aufruf zur Gründung einer Wohnungsgenossenschaft hatte Pfarrer Ostermann verfasst. An der Gründungsversammlung nahm als Gast schließlich auch Bürgermeister Ernst Becker teil, der sich vom genossenschaftlichen Wohnungsbau positive Impulse für die Entwicklung des Lünener Stadtbildes versprach. Diese Erwartung erfüllte der Bauverein bis in die heutige Zeit.


Genossenschaftshäuser Auf dem Kelm

Mit dem Bau der ersten Wohnungen konnte man 1907 beginnen. Die Landesversicherungsanstalt Westfalen vergab günstige Baudarlehen, für die die Stadt Lünen die Bürgschaft übernahm. Zunächst entstanden Ein- und Zweifamilienhäuser mit den damals dazu gehörenden Ställen, aber auch die ersten Mehrfamilienhäuser wurden in Angriff genommen. Während der Kaiserzeit bis 1914 hatte die Genossenschaft bereits 176 Wohnungen gebaut, darunter 60 Erwerbshäuser. Trotz wirtschaftlich schwieriger Bedingungen während der Weimarer Republik entstanden bis 1931 weitere 235 Wohnungen, darunter noch einmal 61 Erwerbshäuser.

Während des Nationalsozialismus wurde auch der Bauverein politisch „gleichgeschaltet“. Demokratische Wahlen innerhalb der Genossenschaft wurden missachtet, politisch missliebige Vorstands- oder Aufsichtsratsmitglieder konnten einfach ihrer Ämter enthoben werden. Es entstanden nur noch wenige Neubauten bis 1939. Auch in den ersten Nachkriegsjahren musste man sich zunächst damit begnügen, Kriegsschäden zu beseitigen und Häuser mit viel Eigenleistung aus den Reihen der Mitglieder instand zu setzen.

Den größten Teil ihres heutigen Wohnungsbestandes baute die Genossenschaft in den beiden Nachkriegsjahrzehnten. Rund 2000 Neubauwohnungen entstanden bis Ende 1969. Trotz Wohnungsmodernisierungen oder der Beteiligung an städtebaulichen Maßnahmen in den folgenden Jahrzehnten – Gestaltung des Lippezentrums Anfang der 1980er Jahre oder der Bau von Wohn- und Geschäftshäusern an der Kurt-Schumacher-Straße Anfang der 1990er Jahre -, spielte der Wohnungsneubau für den Bauverein zu Lünen bis heute eine zentrale Rolle.

Mit dem Wegfall der Gemeinnützigkeit für Wohnungsunternehmen 1990 entschied sich die Genossenschaft zur Gründung einer Tochtergesellschaft, die die steuerpflichtigen Bauträgermaßnahmen oder die Vermietung der gewerblichen Immobilien übernahm. Die Wohnungsgenossenschaft selber blieb weiter steuerbefreit, verwaltet ihren Hausbestand, modernisiert ihn zeitgemäß und sorgt unter dem Motto: „Wir gestalten Lebensräume“ für die Pflege und Verschönerung des Wohnumfeldes für einen großen Teil der Lünener Bevölkerung.

 

Bauverein zu Lünen eG
Spormecker Platz 1a
44532 Lünen
Tel: 02306/20211-0
Fax: 02306/20211-31

www.bauverein.de
info@bauverein.de







Gründung:
29. April 1906

Wohnungen 2005:
4610

Mitglieder 2005:
5833






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