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Bauverein Kierspe eG

Um die Jahrhundertwende 1900 hielt in vielen Kleinstädten im westlichen Sauerland die Industrialisierung Einzug. Mit der Industrie kam es zum Zuzug von Arbeitskräften vor allem aus der näheren ländlichen Umgebung. Wohnungen wurden benötigt. In Kierspe versammelten sich am 19. Juni 1907 etwa 60 Personen, um den Wohnungsbau für „unbemittelte Familien“, Arbeiterfamilien, in genossenschaftlicher Selbsthilfe zu betreiben.  Getragen wurde diese Initiative vor allem von der Stadt und Industriellen. Zwar konnten bereits 1908 die ersten beiden Häuser an der Lindenstraße mit damals luxuriöser Ausstattung – die Toiletten befanden sich in den Wohnungen – gebaut werden, es blieben aber die einzigen Häuser während der Kaiserzeit.


Genossenschaftshäuser Gartenstraße/Birkenweg, erbaut um 1955

Ende der 1920er Jahre entstanden die nächsten Bauten. An der Straße „Krähennocken“ setzte die Genossenschaft ihre Bautätigkeit mit der Errichtung von Eigenheimen für Mitglieder fort. Dieses Baugebiet wurde Mitte der 1930er Jahre durch weitere Eigenheime vervollständigt. Zudem konnten in dieser Zeit Wohnungen am Nöcklenberg, aber auch einzelne Baumaßnahmen in umliegenden Gemeinden abgeschlossen werden.

Erst rund 50 Jahre nach Gründung, mit der Währungsreform von 1948, begann die wichtigste Bauphase der Genossenschaft. Während der Kriegsjahre konnte nicht gebaut werden. Nach 1945 wurden Flüchtlinge aus dem ehemaligen deutschen Osten auch in Kierspe untergebracht und die Industrie verzeichnete eine erneute Wachstumsperiode. Die nun umfangreichsten Neubaumaßnahmen des Bauvereins Kierspe wirkten stadtbildprägend. 238 Genossenschaftswohnungen entstanden in dieser Zeit, ganze Straßenzüge wurden neu bebaut. Neben den Geschosswohnungen waren es in geringerem Maße auch wieder Eigenheime am Erlenweg und an der Wiesenstraße.

Von Beginn an bis heute verfolgt der Bauverein Kierspe mit seiner Arbeit das Ziel, den Mitgliedern eine preisgünstige, aber auch sichere und gut ausgestattete Wohnung anzubieten, wofür besonders die genossenschaftliche Wirtschaftsform steht, die keine Gewinnabsichten verfolgt. Neben den eigenen Hausbeständen verwaltet die Genossenschaft Objekte für Dritte, darunter 90 Wohnungen und Sozialeinrichtungen der AWO (Arbeiterwohlfahrt).

 


Bauverein Kierspe eG
Bachstr. 2
58566 Kierspe
Tel: 02359/9092-0
Fax: 02359/9092-15

bauverein-kierspe@t-online.de




Gründung:
19. Juni 1907

Wohnungen 2002:
495

Mitglieder 2002:
646




Zum Archiv:
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Literatur
1907-1918
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1990-