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Gemeinnützige Wohnstättengenossenschaft Wanne-Eickel eG

Um die Jahrhundertwende 1900 entwickelte sich das Ruhrgebiet zum größten Industrierevier Deutschlands. Aus allen Landesteilen wurden Arbeitskräfte für den Bergbau und die Stahlindustrie angeworben. Zechen und Stahlwerke bauten meist eigene Werkssiedlungen für ihre Beschäftigten. Andere Berufsgruppen, wie die Eisenbahner waren bei der Wohnungssuche zunächst auf sich selbst gestellt. Die Arbeiter des Güterbahnhofs für Wanne und Eickel, die mit ihren Familien unter schlechten Wohnbedingungen, katastrophalen hygienischen Verhältnissen und überhöhten Mieten zu leiden hatten, entschieden sich für die Selbsthilfe und gründeten 1901 den „Spar- und Bauverein Wanne“.


Frühe Wohnhäuser der Genossenschaft an der Florastraße

Mit Unterstützung der Eisenbahn-Direktion Essen, die Darlehen gab und bürgte, konnten bereits nach einem Jahr die ersten Häuser an der Hammerschmidtstraße gebaut werden. Zehn Jahre nach Gründung verfügte die Genossenschaft bereits über 200 Wohnungen, deren Qualität damals höchsten Standards entsprach. 1912 schloss sich eine bereits 1900 gegründete Wohnungsgenossenschaft von Bergarbeitern dem Spar- und Bauverein an. Mit Ausbruch des Ersten Weltkriegs ruhte der Wohnungsneubau bis zum Ende der Inflationszeit 1923 fast vollständig. Ab Mitte der 1920er Jahre setzte die zweite große Bauphase ein.

Aus wirtschaftlichen aber auch um politisch Gründen missliebige Unternehmen zu neutralisieren, verordneten die Nationalsozialisten den Zusammenschluss vieler Wohnungsgenossenschaften. Die gewerkschaftlich orientierte „gemeinnützige Baugenossenschaft“ und die kirchliche „Wohnungsgenossenschaft“ wurden mit dem Spar- und Bauverein verschmolzen, die Sparabteilung aufgelöst und damit auch der Name in „Gemeinnützige Wohnstättengenossenschaft Wanne-Eickel“ geändert.

Nach Kriegszerstörungen und notdürftigen Instandhaltungsmaßnahmen an beschädigten Wohnungen, konnte erst nach der Währungsreform von 1948 wieder mit dem Wohnungsneubau begonnen werden. Die staatliche Wohnungsbauförderung setzte 1950 ein. Zusätzlich half, wie in den Anfängen, die Eisenbahn-Direktion Essen wieder mit Darlehen.

Im Zeichen des stetigen Bevölkerungsrückgangs im Ruhrgebiet steht heute die Modernisierung des Wohnungsbestandes im Vordergrund der Arbeit der Genossenschaft, um langfristig die Vermietbarkeit der Wohnungen zu sichern. Von ihren Anfängen bis heute orientierte sich die Wohnstättengenossenschaft an den Bedürfnissen der Mitglieder. Auch nach Abschaffung der Gemeinnützigkeit ist sie ihrem sozialen Auftrag verpflichtet geblieben.

 



Gemeinnützige
Wohnstättengenossenschaft
Wanne-Eickel eG
Stöckstr. 22
44649 Herne
Tel: 02325/9528-0
Fax: 02325/9528-28


gwg@wohnstaetten.de
www.wohnstaetten.de




Gründung:
11. August 1901

Mitglieder 2004:
3829

Wohnungen 2004:
1968



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