Wohnungsverein Herne eG
Gegründet wurde der heutige Wohnungsverein Herne als „Beamtenwohnungsverein“. Die Entwicklung des Ruhrgebiets um 1900 als Standort von Kohlenzechen und Stahlindustrie bedeutete gleichzeitig den Ausbau von Verwaltungseinrichtungen bei der Bahn, der Post und den Gemeinden. Zwar gab es bereits seit 1900 den „Bauverein Herne-Süd“, doch die Genossenschaft konnte bei weitem nicht den tatsächlichen Wohnungsbedarf decken. Im Dezember 1904 investierte deshalb der Lokführer Johann Schröder 5,40 Mark für zwei Annoncen im „Herner Anzeiger“ und lud Beamte zur Gründungsversammlung für eine Wohnungsgenossenschaft ein.
 Geschäftsstelle des Wohnungsvereins an der Bochumer Straße
Seine Initiative hatte Erfolg. Knapp zwei Jahre später entstanden die ersten 53 Wohnungen an der heutigen Altenhöfer Straße 63-81; noch während der Kaiserzeit insgesamt fast 170 Beamtenwohnungen. Bis zu seinem 25-jährigen Jubiläum 1930 hatte sich der Wohnungsverein, der 1926 auf den Zusatz „Beamte“ in seinem Namen verzichtete, zur größten Genossenschaft in Herne entwickelt. Zwar stieg die Anzahl der Wohnungen bis Ende der 1930er Jahre noch auf 362 an, doch Weltwirtschaftkrise, Kriegswirtschaft und Krieg verhinderten den weiteren Wohnungsneubau. Den von den Nationalsozialisten betriebenen Zusammenschluss von Wohnungsgenossenschaften konnte der Wohnungsverein durch Einsprüche bis 1941 erfolgreich verhindern und blieb selbständig.
Neu gebaut wurde erst wieder ab 1950. Zuvor waren mit einem hohen Maß an Selbsthilfe seitens der Mitglieder kriegsbeschädigte Häuser und Wohnungen wieder bewohnbar und instandgesetzt worden. Aus Mitteln für den sozialen Wohnungsbau entstanden in den 1950er Jahren mehr als 200 Wohnungen in Herne-Süd und Baukau. Bis Mitte der 1970er Jahre, als auch in Herne ein einigermaßen ausgeglichener Wohnungsmarkt erreicht war, konnten weitere knapp 200 Neubauwohnungen fertiggestellt werden.
Neben Modernisierungen in den Beständen kann der Wohnungsverein Herne ab den 1980er Jahren dazu übergehen, Wohnungen und Wohnanlagen für besondere Nachfragergruppen zu bauen. 1982 werden die ersten sechs Einfamilienhäuser für kinderreiche Familien an der Vinckestraße bezugsfertig. Ab 1987 entstehen die ersten beiden Wohnanlagen für ältere Mitglieder mit je 21 Wohnungen, Gemeinschaftsräumen für gesellige Veranstaltungen und mit der Möglichkeit Dienstleistungen in Anspruch nehmen zu können. Bis heute stehen den Mitgliedern 100 Wohnungen in solchen Anlagen zur Verfügung, in denen sich auf Grund der kommunikativen Architektur und Einrichtung vielfältige Eigeninitiativen aus der Bewohnerschaft heraus entwickelt haben.
Mit der Abschaffung des Wohnungsgemeinnützigkeits-Gesetzes 1990 schlossen sich zwei kleinere Genossenschaften dem Wohnungsverein an, die „Siedlungs- und Wohnungsbaugenossenschaft Wanne-Eickel eG“ sowie die „Wohnungs- und Eigentumsbaugenossenschaft eG“, unter anderem um ihre Umwandlung in steuerpflichtige Unternehmen zu vermeiden. Knapp 100 Wohnungen brachten beide in den Wohnungsverein Herne ein.
Eine weitere Fusion fand im Jahre 2006 statt. Am 4.8.2006 wurde die Verschmelzung mit der ehem. Gemeinnützigen Bau- und Siedlungsgenossenschaft eG in das Genossenschaftsregister beim Amtsgericht Bochum eingetragen. 211 Genossenschaftswohnungen sowie 85 Garagen/Stellplätze kamen zum bisherigen Bestand hinzu. Daneben verwaltet die Genossenschaft Häuser für Dritte und besorgt die Verwaltungsgeschäfte für eine weitere Wohnungsgenossenschaft. Nicht mehr der Neubau, sondern die Modernisierung von Wohnungen ist nun zur Hauptaufgabe der Genossenschaft geworden, um auch in Zeiten des Bevölkerungsrückgangs moderne und gut ausgestattete Wohnungen preisgünstig anbieten zu können.
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Wohnungsverein Herne eG Bochumer Str. 72 44623 Herne Tel: 02323/99491-0 Fax: 02323/460873
www.wohnungsverein-herne.de info@wohnungsverein-herne.de
Gründung: 16. Januar 1905
Wohnungen 2007: 1363
Mitglieder 2007: 1756
Zum Archiv: Siedlungen Einrichtungen Personen Literatur
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