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Gartenstadt Hüttenau eG, Hattingen

Als Gründer der Genossenschaft „Gartenstadt Hüttenau eG“ 1909 im heutigen Hattinger Stadtteil Welper kann der damalige „Amtmann“ Friedrich Wilhelm Karl Thiel bezeichnet werden. 1909 hatte die Ortschaft Welper rund 4000 Einwohner, ihr größter Industriebetrieb, die Henrichshütte, etwa 3300 Beschäftigte. Thiel sah die Wohnungsnot der Arbeiterfamilien und betrieb die Gründung einer Genossenschaft, die eine Siedlung mit Einfamilienhäusern in grüner, gesunder Umgebung errichten sollte. Thiel war es auch, der sich um Baudarlehen seitens der Landesversicherungsanstalt bemühte und den Kreis Hattingen dazu bewog als Bürge zur Verfügung zu stehen. Zusätzliche finanzielle Unterstützung kam von der Henrichshütte. Eine der herausragendsten Gartenstadtsiedlungen in Westdeutschland entstand, entworfen von Georg Metzendorf, dem Architekten, der bereits die Kruppsche Werkssiedlung Margarethenhöhe in Essen konzipiert und umgesetzt hatte.



1910 konnte mit dem Bau begonnen werden und bereits vor 1918 waren fast 400 Wohnungen entstanden, Einfamilien- und Zweifamilienhäuser mit Gartengrundstücken, von denen die meisten im Mietkaufsystem an Mitglieder veräußert werden sollten. Zur Idee der Gartenstadt zählte nicht nur die genossenschaftliche Verwaltung der Siedlung und die einheitliche Planung der Gesamtanlage, sondern auch die Errichtung von Gemeinschaftseinrichtungen. In Hüttenau entstanden Geschäftshäuser, eine Gaststätte, in der die vielen aus der Bewohnerschaft gegründeten Vereine Versammlungsräume vorfanden, eine Schule, ein Stadion, evangelische und katholische Kirche mit Friedhof sowie gemeinschaftliche Grünanlagen: eben eine komplette Gartenstadt.

Nach dem weiteren Ausbau der Siedlung in den 1920er Jahren, folgte die größte Ausbauphase ab 1950. Von den bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs gebauten 684 Wohnungen, hatten 180 Bombenschäden zu verzeichnen, die zunächst beseitigt werden mussten. Mit Hilfe staatlicher Wohnungsbaudarlehen konnte nun, in einer Zeit größter Wohnungsknappheit auch wieder neu gebaut werden. Es entstanden dreigeschossige Häuser im typischen Stil der 50er Jahre. Nach nur 10 Jahren hatte sich der Wohnungsbestand der Gartenstadt verdoppelt, weitere Genossenschaftswohnungen und Eigenheime waren entstanden.

Die Gartenstadt Hüttenau in Welper war mittlerweile mit ihren Nachbargemeinden Blankenstein, Buchholz und Holthausen zusammengewachsen. Gemeinsam wurden sie Anfang der 1970er Jahre in die Stadt Hattingen eingemeindet. Trotzdem erhielt Welper, ganz im Sinne der ursprünglichen Gartenstadtidee, weitere zentrale Einrichtungen für den Stadtteil: die Thingstraße wurde als Einkaufsstraße aufgewertet und erhielt einen Marktplatz, Bildungseinrichtungen und Sportanlagen kamen hinzu.

Bis heute ist die Gartenstadtidee in Hattingen aktuell geblieben. Die Genossenschaft kann ihren Mitgliedern Alt- und Neubauwohnungen für die unterschiedlichen Wohnansprüche anbieten.


 



Gartenstadt Hüttenau eG
Thingstr. 15
45527 Hattingen
Tel: 02324/96300
Fax: 02324/6999


www.gartenstadt.de
gh@gartenstadt.de





Gründung:
31. Oktober 1909

Wohnungen 2005:
1207

Mitglieder 2005:
2448


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