Spar- und Bauverein eG, Dortmund
Die heute größte nordrhein-westfälische Wohnungsgenossenschaft ist zudem eine der ganz frühen Gründungen. Als 1889 die begrenzte Haftpflicht für Mitglieder die Gründung von Wohnungsgenossenschaften begünstigte, waren es an vorderster Stelle die Landesversicherungsanstalten, die nicht nur Wohnungsbaudarlehen vergaben, sondern aktiv Gründungshilfe leisteten, denn der Bau von qualitativ guten und „gesunden“ Wohnungen für Arbeitnehmerfamilien entlastete die Kassen. Der Gedanke der Selbsthilfe beim Bau von Wohnungen fiel in Dortmund auch deshalb auf fruchtbaren Boden, da sich das Ruhrgebiet in dieser Zeit zum schwerindustriellen Zentrum des Deutschen Reiches entwickelte und die Wohnungsnot unter den vielen hinzuziehenden Arbeitskräften groß war.
 Wohnhaus Wambeler Straße 4, erbaut ab 1901, ein Wahrzeichen des Spar- und Bauvereins
Nach 10 Jahren hatte der Spar- und Bauverein, der im Gegensatz zum Werkssiedlungsbau keine Einfamilienhäuser, sondern Geschosswohnungen baute, bereits 590 Wohnungen errichtet, allerdings wollten zu diesem Zeitpunkt auch mehr als 3000 Mitglieder, überwiegend Familien von Bergarbeitern, Eisenbahn- und Postbediensteten, versorgt werden.
Bis zum Ende des Ersten Weltkriegs verfügte die Genossenschaft über rund 2000 Wohnungen, meist innenstadtnahe Anlagen wie der Althoff- oder der Borsigblock. Da während der Kriegsjahre und auch in der folgenden Inflationszeit kaum noch neu gebaut werden konnte, nahm die Wohnungsnot in Dortmund weiter zu, sodass 1924, als wieder mit dem Neubau begonnen werden konnte, sich 9300 Mitglieder vom Spar- und Bauverein eine Wohnung erhofften. Bis zum Kriegsausbruch 1939 konnten immerhin noch einmal rund 2000 Wohnungen errichtet werden. Der Spar- und Bauverein zählte damit zu den größten Wohnungsgenossenschaften in Deutschland.
Um so tragischer sah die Bilanz nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs aus. Von den 4.338 Wohnungen waren lediglich 34 unbeschädigt geblieben. Wo es möglich war, griffen die Mitglieder zur Selbsthilfe, organisierten Material und setzten Wohnungen instand. Erst mit der Währungsreform von 1948 konnte der systematische Wiederaufbau bzw. Neubau beginnen. In den 1950er und 1960er Jahren, als die größten staatlichen Finanzierungsprogramme für den sozialen Wohnungsbau aufgelegt wurden, errichtete der Spar- und Bauverein fast 4.000 neue Wohnungen im gesamten Dortmunder Stadtgebiet.
In den 1970er Jahren war der Wohnungsmangel der Nachkriegszeit weitgehend beseitigt. Die Modernisierung von Beständen stand nun im Vordergrund der Arbeit beim Spar- und Bauverein, trotzdem wurde weiter neu gebaut. Aufgrund des relativ ausgeglichenen Wohnungsmarktes wurde 1990 die Wohnungsgemeinnützigkeit abgeschafft. Mit der Entscheidung für die reine Vermietungsgenossenschaft oder Steuerpflicht ergaben sich aber auch neue Handlungsspielräume. Der Spar- und Bauverein gründete eine Betreuungs- und Verwaltungs-GmbH als Tochtergesellschaft. Dadurch blieb es möglich, das Kerngeschäft der Wohnungsverwaltung für die Mitglieder in bewährter Weise fortzuführen, mit dem Ziel auch in Zukunft preisgünstige, sichere Wohnungen, aber ebenso ein attraktives und lebenswertes Wohnumfeld bereit stellen zu können.
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Spar- und Bauverein eG Kampstr. 51 44137 Dortmund Tel: 0231/182 030 Fax: 0231/182 0366
sparbau@sparbau-dortmund.de www.sparbau-dortmund.de
Gründung: 16. März 1893
Wohnungen 2002: 11.384
Mitglieder 2002: 16.687
Zum Archiv: Siedlungen Einrichtungen Personen Literatur
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