Braunschweiger Baugenossenschaft eG
Bereits 1887 waren es hochrangige Persönlichkeiten in der damals wachsenden Industriestadt Braunschweig, die zur Beseitigung der Wohnungsnot unter den Arbeiterfamilien eine Baugenossenschaft gründeten. Zu dieser Zeit hatte der Selbsthilfegedanke zur Beseitigung der Wohnungsnot noch keine breite Basis, denn bis zur Gesetzesänderung 1889 war die Genossenschaftsgründung mit erheblichen Risiken verbunden. Die Mitglieder hafteten mit ihrem gesamten Vermögen. Bis 1885 gab es im Deutschen Reich deshalb erst 33 Wohnungsbaugenossenschaften. Ursprüngliches Ziel der Genossenschaft war der Bau von Eigenheimen, doch aus Kostengründen entschied man sich in der Praxis für den Bau von Mehrfamilienhäusern. Die beiden ersten konnten 1888 an der heutigen Georg-Westermann-Allee 10 bzw. am Hopfengarten 18 gebaut und an Mitglieder verlost werden.
 Genossenschaftshäuser Virchow-/ Sophienstraße, erbaut 1914
1912, nach 25 Jahren des Bestehens, hatte die Baugenossenschaft für ihre rund 1000 Mitglieder 86 Erwerbshäuser errichtet, von denen 31 verkauft werden konnten. Danben waren weitere 444 Wohnungen gebaut worden, die im genossenschaftlichen Besitz verblieben. Möglich war die Leistung auch deshalb, da seit den 1890er Jahren zum ersten Mal halböffentliche Wohnungsbaudarlehen genutzt werden konnten, bereit gestellt von der Landesversicherungsanstalt (LVA). Diese vergab Darlehen deshalb, weil es zur damaligen Zeit oft die schlechten Wohnverhältnisse waren, die Menschen krank machten und somit Kosten für die Versicherungen verursachten.
Während des Ersten Weltkriegs und vor allem in der folgenden Inflationszeit konnte kaum noch neu gebaut werden, obwohl die Mitgliederzahl nach dem Krieg auf mehr als 2500 angestiegen war. Erst ab Mitte der 1920er Jahre entstanden wieder Neubauten, die typischen 20er Jahre Wohnblocks im Geschosswohnungsbau. Die Nationalsozialisten, die sich ab 1933 auch der Wohnungsgenossenschaften bemächtigten, förderten in erster Linie den Eigenheimbau mit Gartenland zur Selbstversorgung oder die einfach gebauten und ausgestatteten „Volkswohnungen“. In dieser Zeit, von 1934 bis zum Kriegsausbruch 1939, hatte die Genossenschaft ihre bis dahin größten Bauleistungen erbracht. Für die nun 5667 Mitglieder waren seit Gründung 4454 Wohnungen fertig gestellt.
Die nächste große Bauphase begann mit der Währungsreform von 1948. In den 1950er und 1960er Jahren musste die kriegsbedingte Wohnungsnot beseitigt werden, rund 3000 Neubauwohnungen entstanden und die Mitgliederzahl hatte mit knapp 24.000 bereits etwa ihren heutigen Stand erreicht. Danach konzentrierte sich die Baugenossenschaft vor allem auf die Modernisierung ihrer Wohnungsbestände. Neben der zeitgemäßen Sanierung der Häuser geht die Genossenschaft heute, in Zeiten des Überangebots an Wohnungen, dazu über, beim Neubau auf spezielle Nachfragergruppen zu reagieren: zum Beispiel entstehen Altenwohnungen mit Dienstleistungsangeboten oder Eigenheime für junge Familien, die Selbsthilfeleistungen erbringen können.
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www.baugenossenschaft.de welcome@baugenossenschaft.de
Gründung: 4. Juni 1887
Wohnungen 2002: 6839
Mitglieder 2002: 24.028
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