Baugenossenschaft Freie Scholle eG, Bielefeld
Die Ursprünge der Baugenossenschaft „Freie Scholle“ gehen auf einen Arbeiter-Turnverein zurück, dem die Stadt keine Erlaubnis zur Nutzung einer Turnhalle erteilen wollte. 23 Vereinsmitglieder entschieden sich 1911 eine Genossenschaft zu gründen, um einen eigene Turnhalle zu bauen. Ein Jahr später waren es bereits mehr als 400 Mitglieder und mit dem Bauvorhaben konnte begonnen werden. Neben der Turnhalle entstand gleich das erste Wohnhaus an der Bleichstraße.
 Heeper Fichten 1920er Jahre, modernisiert und denkmalgeschützt
Noch in der Kaiserzeit, 1914, begann man mit dem Bau der ersten Siedlung, dem Niedermühlenhof. In der Weimarer Republik wurden Arbeiterparteien und –organisationen dann zum ersten Mal staatstragende Einrichtungen. Auch die „Freie Scholle“ wollte nun mit ihren Neubauprojekten das neue Selbstbewusstsein der Arbeiterschaft demonstrieren. Die teilweise expressionistische Architektur, aber auch die sozialen Einrichtungen, wie Gemeinschaftshaus, Waschhaus, Bibliothek oder Kindergarten zeugten davon.
Den Nationalsozialisten war eine sozialdemokratisch geprägte Genossenschaft natürlich ein Dorn im Auge. 1933 setzten sie ihre Leute in den Leitungspositionen der „Freien Scholle“ ein und schafften die genossenschaftlichen Selbstverwaltungsstrukturen ab. Gebaut wurden nur noch „Volkswohnungen“ und Eigenheime mit einfachster Ausstattung. Die ersten Häuser in der heute mit über 900 Wohnungen größten Siedlung der „Freien Scholle“ Auf dem Langen Kampe wurden 1939 gebaut. Mit Beginn der großen Neubauprogramme nach der Währungsreform konnte sie ab 1950 weitergebaut werden. Der größte Teil der Wohnungsbestände der „Freien Scholle“, mehr als 3000 Wohnungen, stammen aus der Zeit zwischen 1950 und 1970.
Bis heute ist die „Freie Scholle“ im Neubau tätig, in den letzten Jahren entstehen aber aufgrund der staatlichen Förderbedingungen ausschließlich frei finanzierte Wohnungen. Möglich wurde dies nicht zuletzt mit Hilfe der Spareinlagen von Mitgliedern in die seit 1989 bestehende „Spareinrichtung“ der Genossenschaft.
Neben der Spareinrichtung setzt die „Freie Scholle“ ganz auf die Identifikation der Mitglieder mit ihrem Unternehmen. In den Siedlungen gibt es gewählte Bewohnervertreter, die die nachbarschaftlichen Bindungen fördern; allen Ehrenamtlichen werden Weiterbildungs-Seminare angeboten. 1988 begann die Freie Scholle mit ihrer Altenarbeit, die es den Mitgliedern ermöglichen soll, auch bei gesundheitlichen Einschränkungen in der angestammten Wohnung wohnen bleiben zu können. Ein eigens gegründeter „Verein Nachbarschaftshilfe“ wurde dazu ins Leben gerufen. Ergänzt wird diese Arbeit nicht nur durch Nachbarschaftstreffs in den Siedlungen, sondern zusätzlich durch eine neu gegründete „Haus-Service GmbH“, die nicht allein alten Menschen Dienstleistungen rund ums Wohnen anbietet bzw. vermittelt.
|
|

„Freie Scholle“ eG Jöllenbecker Str. 123 33613 Bielefeld Tel: 0521/98880 Fax: 0521/9888100
baugenossenschaft@freie-scholle.de www.freie-scholle.de
Gründung: 18. Juni 1911
Mitglieder 2005: 7149
Wohnungen 2005: 5026
Zum Archiv:
|