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Siedlungen der Baugenossenschaft Freie Scholle eG: A-Niedermühlenhof (erbaut ab 1914) B-Heeper Fichten (ab 1925) C-Im Siekerfelde (ab 1927) D-Apfelstraße (ab 1931) E-Auf dem Langen Kampe (ab 1938) F-Spindelstraße (ab 1950) G-Albert-Schweitzer-Straße (ab 1955) H-Flehmannshof (ab 1958) I-Allensteiner Straße (ab 1961) J-Siebenbürger Straße (ab1964) K-Bültmannshof (ab 1967) L-Sennestadt (ab 1970) M-Stutenhof (ab 1999) N-Gottlob-Binder-Straße (ab 1999)
Die Siedlung Am Niedermühlenhof (ab 1914)

Der Niedermühlenhof war das erste große Bauprojekt nach den Anfängen in der Bleichstraße: zuerst waren zwei Wohnhöfe mit 168 Wohnungen geplant; nach dem Wegfall der die geplanten Höfe trennenden Mittelgebäude wurden dann 138 Wohnungen gebaut. „Die Siedlung“, so stellte 1931 Gottlob Binder fest, „in drei Bauabschnitten 1914, 1915 und 1919/20 ausgeführt, zeigt bereits die Grundzüge, die die weitere Tätigkeit der Freien Scholle charakterisieren. Sämtliche Wohnungen weisen Querlüftung auf, sie haben Räume nach der Straßen- und Gartenseite, sind im Grundriß einfach und übersichtlich gestaltet und tragen hinsichtlich Raumzahl und Raumgröße den wirklichen Bedürfnissen der Arbeiterfamilien Rechnung.“
Heute (2005) sind alle Wohnungen umfassend modernisiert. Etwa 80 % der Wohnungen sind ca. 50 qm groß. Sie sind in erster Linie für "Starterhaushalte" interessant. Alle Wohnungen sind frei finanziert und können ohne Wohnberechtigungsschein bezogen werden.
Der Niedermühlenhof ist ein lebendiges Stück Geschichte der Freien Scholle. Es wundert nicht, dass sich alte Bewohner gerne an die frühen Jahre der Freien Scholle erinnern. So erzählt Elli Losch: „Im September waren die Wohnungen in der Spindelstraße wohnfertig mit einem Mietzins von 16 Mark. Zu der Zeit war es schon luxuriös, wenn man in eine Wohnung mit Toiletten einzog, da sich die Toiletten damals meistens im Freien befanden. Die Häuser Heimweg und Am Niedermühlenhof waren noch nicht gebaut. Wo jetzt der Niedermühlenhof ist, war früher ein Grünstreifen von der Oststraße bis zum Niedermühlenkamp. Und dahinter befand sich ein Bach, wo wir viel gespielt haben: Die Familien von der Spindelstraße besaßen vor den Häusern etwas Land. Einige hatten auch Kaninchenställe. Später wurde das Karree fertiggestellt mit Sandkasten, Pappeln und Ahornbäumen auf den freien Plätzen. Zur Verschönerung der Siedlung wurde ein Springbrunnen mit Blumenbeeten angepflanzt. Man kann aber sagen, daß sich nach dem Kriege bis heute die Siedlung durch Modernisierung der Häuser und der Freiflächen um mehr als hundert Prozent verschönert hat.“
An die damalige Gestaltung des Niedermühlenhofs erinnert sich auch Hermann Schäfer: „Wir hatten aber auch unsere Arbeit damit. Da haben wir noch die Bäume selbst aus dem Wald geholt und sie selbst gepflanzt. Und dann waren ich und mein Schwager arbeitslos, und da haben wir die Dachrinnen saubergemacht. Und ich kann Ihnen sagen, das war vielleicht ein Spaß: die ganze Spindelstraße und der Niedermühlenhof, wir zwei ganz alleine.“
Für Klara Peil, die seit 1920 in der gleichen Wohnung lebt, ist der Niedermühlenhof immer Zentrum der Genossenschaft gewesen: "Es waren ja zwei Blocks, und wenn wir drüben spielten und wollten hierhin, da sagten wir immer, wir gehen in die andere Scholle. Das sagen wir auch heute noch.“ Edith Brummel ist im Niedermühlenhof aufgewachsen. Sie gehörte wie Klara Peil zu den fast 400 Kindern, die damals hier aufwuchsen: "Als wir einzogen, da war das Treppenhaus noch nicht fertig, die Geländer waren noch nicht dran, da mußten wir noch vorsichtig sein. Wenn wir draußen spielten, wurde immer etwas anderes gemacht, einmal Schlagball, einmal Prellball, einmal Völkerball. Die Mütter hatten die Fenster zum Hof hin und konnten dann ein bißchen auf die Kinder achten.“
Doch auch die erwachsenen Bewohner der Siedlung ließen es sich im Innenhof wohl ergehen: so manches rauschende Fest wurde dort gefeiert. "Scholletiroler« nannten sich die Bewohner, und entsprechend lustig soll es zugegangen sein. So wurde hier am Niedermühlenhof die Tradition der Siedlungsfeste begründet.
Die Siedlung Heeper Fichten (ab 1925)

Die in den 1920er Jahren gebauten 495 Wohnungen der Heeper Fichten wurden in den 1970er Jahren umfassend modernisiert. Etwa die Hälfte der Wohnungen sind zwischen 50 und 65 qm groß. Aber auch heute noch familiengerechte größere Wohnungen sind in den Bestand vorhanden, auf dem keine öffentlichen Bindungen mehr lasten.
Im Osten Bielefelds, wo Mitte der zwanziger Jahre die Siedlung Heeper Fichten geplant und gebaut wurde, „war damals“, so erinnert sich der hier aufgewachsene Kurt Langhoff, „alles Acker und Wiese. Vom Quellenweg bis zur Herforder Straße war freie Sicht mit einzelnen bäuerlichen Gehöften. Wir hatten in unserem Haus noch Ställe, einen Anbau, und jeder hatte noch ein Schwein, wie das früher bei Selbstversorgern üblich war. Dann ging das auf einmal los, da begannen die Ausschachtungsarbeiten. Und die Sicht vom Quellenhof bis zur Herforder Straße war uns mit einem Schlag genommen.“
Ähnlich, aber positiv aus der Sicht der Freien Scholle sah es rückblickend 1931 in der Festschrift Gottlob Binder: „So kann ohne Übertreibung gesagt werden, daß diese Siedlung dem Ideal einer städtischen Siedlung nahe kommt, unmittelbar mit der Natur verbunden und doch in bequem erreichbarer Nähe der Stadt und der Arbeitsstätten...“
„Der endgültigen Planung gingen lange Überlegungen und Vorbereitungen voraus“, schreibt Gottlob Binder zum Bau der Siedlung Heeper Fichten. Genossenschaftliche Siedlungen bedürfen viel Zeit zur sorgfältigen Abstimmung zwischen den Baugenossen und dem Architekten. Für die endgültige Planung der Freien-Scholle-Siedlungen mussten die Grundrissgestaltung der Wohnungen, die einzelnen Gebäudetypen und die räumliche Anordnung der Baukörper an den Straßen, Plätzen und Höfen aufeinander abgestimmt werden. Die Wohnung als Rückzugsort des einzelnen und der Familie sollte zweckmäßig aufgeteilt und zeitgemäß ausgestattet sein. Sie musste aber auch für die Mitglieder bezahlbar sein. Typisierung und einfache, aber funktional und konstruktiv stimmige Lösungen waren daher eine ökonomische Notwendigkeit. Aus der Kombination gleicher Wohnungstypen ergaben sich konstruktiv gleichartige Gebäude. Die Bauökonomie führte aber nicht zur eintönigen Reihung gleicher Baukörper. Denn der Gedanke eines gemeinschaftlichen Wohnens und der Gestaltungswille der Genossenschaft sollten sich auch räumlich und baulich manifestieren. Daher legte die Freie Scholle soviel Wert auf die sorgsame Ausbildung der Höfe und die Anordnung und Gestaltung der Baukörper an den öffentlichen Straßen und Plätzen.
Erbaut wurde die Siedlung in zwei Bauabschnitten: die »gelbe« oder auch »alte Scholle« 1925/26, die »weiße Scholle« 1928/29. Die 516 Wohnungen waren entsprechend den Qualitätsansprüchen der Genossenschaft mit einem für die damalige Zeit hohen Wohnkomfort ausgestattet, zudem wies die Siedlung eine Reihe Gemeinschaftseinrichtungen auf, die die Siedlung damals zu einem Vorbild des Arbeiterwohnungsbaus machten.
Kurt Langhoff, dessen Vater Leiter des Konsumladens an der Ziegelstraße war, kann sich noch daran erinnern, „wie wir mit großen Kinderaugen immer bewundert haben, wie die Bauhandwerker die Steine rauftrugen in die zweite Etage. Dann haben wir immer gezählt. Der eine nahm 22, der andere nahm 26, und dann waren auch welche dabei, die nahmen 30 Steine auf die Schulter und trugen die bis rauf in die zweite Etage. Wir Kinder haben in diesen Männern immer so etwas gesehen wie heute so eine Art Boxidole - wir haben gesagt, meine Herren, was sind das für starke Männer.“
Erika Hartmann erinnert sich: „Vor 60 Jahren am 1. Februar 1926 bin ich mit meinen Eltern in den ersten Bauabschnitt, in die Adolf-Damaschke-Straße eingezogen. Es war für uns, die wir aus einer engen Zwei-Zimmer-Wohnung kamen, etwas ganz besonderes, nun freier und ohne eine immer hinter uns Kindern herschimpfenden Hauswirtin zu leben.“ Erika Hartmann hat auch den Zusammenhalt in der Siedung noch vor Augen: „In den Hausgemeinschaften war es oft so, daß der eine für den anderen da war; galt es auch mal, einen Teller Mittagessen für die Nachbarskinder mitzukochen, wenn die Mutter Besorgungen machen mußte und keine Zeit hatte. So wuchsen wir als große Genossenschaftsfamilie zusammen.“
Auch nach dem Krieg ist die Siedlung ein lebendiger Stadtteil mit Tradition geblieben. So berichtet Kurt Prunzel von zwei Persönlichkeiten, an die sich noch viele er innern: „Es handelt sich dabei einmal um Oskar Istel, um den Waschmeister in unserer Waschanstalt und gleichzeitig Siedlungswart, der sich in einmaliger Weise für die Genossenschaft eingesetzt hat, Oskar Istel hat nicht nur seine Aufgaben erfüllt, sondern er hat darüber hinaus persönliche Opfer an Zeit, Mühe und Geld gebracht, um für die Genossenschaft das beste herauszuholen. Er war immer für den anderen unbedingt da, besonders für die Schwächeren. Wir hatten noch ein zweites Original in der Siedlung: Martha Seppmann. In der Siedlung Heeper Fichten I gab es ja noch keine Bäder, und so war in der Althoffstraße 6 eine kleine Badeanstalt mit einigen Wannen und Duschen eingerichtet. Martha Seppmann war die Badeleiterin, die die Aufsicht führte und die Reinigungsarbeiten machte. Sie hat für das Geld, was sie bekam, viel viel mehr an Aufgaben übernommen, als man hätte überhaupt verlangen können. Sie hatte einen ausgezeichneten Kontakt zu den Menschen und war für viele eine Bezugsperson. Beide Mitarbeiter, Oskar Istel wie Martha Seppmann, waren ein Stück Freie Scholle.“
Die Siedlung Im Siekerfelde (ab 1927)

Auf einem Grundstück, das an den von der Stadt Bielefeld zu einer Sportanlage umgestalteten ehemaligen Exerzierplatz grenzt, begann die Freie Scholle 1927, ihre dritte Mehrfamilienhaussiedlung zu bauen. An den Straßen Im Siekerfelde und An der Krücke entstanden in zwei Bauabschnitten 1927/28 und 1929/30 113 Wohnungen, darunter solche mit drei, vier und fünf Räumen und vier Wohnungen mit sechs Räumen. Zum ersten Mal waren Wohnungen der Freien Scholle mit Bädern ausgestattet, in sechzehn Wohnungen waren auf Wunsch sogar Zentraletagenheizungen installiert, für deren Finanzierung die künftigen Bewohner allerdings zusätzliche Geschäftsanteile übernehmen mussten.
Ein weiteres Novum war das Haus An der Krücke 17 mit sechs Wohnungen für berufstätige Frauen, das den sich ändernden sozialen Strukturen Rechnung trug. Ziel der Siedlung Im Siekerfelde war es, so Gottlob Binder 1931, „Angehörige der verschiedenen Berufe und Schichten durcheinander zu mischen und zu vermeiden, daß Arbeiter- oder Beamten-Siedlungen entstehen.“ Hier zeigt sich, dass die Freie Scholle begann, Wohnungsbau als eine sozial integrative und damit gesamtgesellschaftliche Aufgabe zu begreifen. Damit wurden letztlich auch die gedanklichen Voraussetzungen geschaffen für die Wohnungsversorgung durch die Freie Scholle nach dem Zweiten Weltkrieg.
Von 1951 bis 1953 erweiterte die Freie Scholle diese Siedlung und baute an den Straßen Im Siekerfelde, Hartlager Weg und am oberen Teil der Wilbrandstraße noch einmal 32 Häuser mit 193 Wohnungen und 17 Reiheneigenheime. Bedingt durch die Nachkriegszeit war das Erscheinungsbild dieser Bauten einfach und eher unauffällig, der Standard der Wohnungen jedoch dem des alten Teils der Siedlung vergleichbar.
Die vor dem Krieg erbauten Wohnungen wurden mittlerweile modernisiert. Mit der Modernisierung der neueren Häuser wurde 1984 begonnen. Auch hinsichtlich von Fragen der Schönheit und Zweckmäßigkeit der Wohnungseinrichtung knüpfte die Freie Scholle an eine Tradition ihrer frühen Jahre an.
Die Siedlung Apfelstraße (ab 1931)

Die Siedlung Apfelstraße mit insgesamt 414 Wohnungen wurde zwischen 1931 und 1938 im Bielefelder Westen errichtet. Ein Stadtbahnanschluss ist in zehn, ein zum Teutoburger Wald führender Grünzug in fünf Gehminuten zu erreichen. Alle Wohnungen wurden Ende der siebziger Jahre umfassend modernisiert. Neben einem großen Bestand an Kleinwohnungen bis 45 qm ist ein sehr großer Anteil von Wohnungen zwischen 45 und 55 qm vorhanden, familiengerechte Wohnungen machen dagegen nur einen geringen Anteil aus. Die Wohnungen im gesamten Siedlungsbereich sind frei finanziert.
Zur Vermittlung und Koordination von Hilfen für unsere alten Mitglieder wurde in diesem Siedlungsgebiet eine eigene Altenberatung und -betreuung aufgebaut. Am Sudholz 3 befindet sich eine Einrichtung für Betreutes Wohnen.
In unmittelbarer Nähe am Nordpark, liegt die Siedlung Paul-Meyerkamp-Straße mit105 frei finanzierten, voll modernisierten Wohnungen, von denen 18 bis 2007 öffentlich gefördert sind.
Die Siedlung Auf dem Langen Kampe (ab 1938)

Bei dieser Siedlung handelt es sich um das größte zusammenhängende Siedlungsgebiet der Freien Scholle. Insgesamt wurden hier 999 Wohnungen in mehreren Bauabschnitten zwischen 1938 und 1999 errichtet. Die Wohnungen der Bereiche Auf dem Langen Kampe und Auf dem Niederen Esch wurden in den siebziger Jahren umfassend modernisiert.
Überwiegend sind hier Wohnungen bis zu einer Größe von 50 qm vorhanden. Um familiengerechten Wohnraum zu schaffen, werden im freien Wohnungsbestand nebeneinander liegende Kleinwohnungen zusammengelegt, wenn dies möglich und sinnvoll ist. Bis auf 14 Wohnungen dieses Siedlungsgebietes sind alle frei von öffentlichen Bindungen.
Mittelpunkt der Siedlung und zugleich des gesamten Stadtteils ist das Nachbarschaftszentrum an der Meinolfstraße mit insgesamt 91 Wohnungen. In Zusammenarbeit mit der Arbeiterwohlfahrt, dem Evangelischen Gemeindedienst und der Stadt Bielefeld sind hier verschiedene Einrichtungen der Altenhilfe entstanden.
Zur Verbesserung der Infrastruktur im Wohngebiet tragen gewerbliche Einrichtungen sowie mehrere Arztpraxen bei. Außerdem wurden neben Zwei-Zimmer-Wohnungen auch familiengerechte Drei-Zimmer-Wohnungen gebaut. Alle Wohnungen sind barrierefrei. In den Häusern Vogtweg 2 bis 4b befinden sich neben barrierefreien Zwei- und Drei-Zimmerwohnungen auch zwei Gruppenwohnungen für Betreutes Wohnen sowie zwei Pflegestützpunkte, die als Gästewohnungen genutzt werden können.
Neben den im Stadtteil dringend benötigten sozialen Einrichtungen wurde mit dem Nachbarschaftszentrum auch ein Begegnungszentrum für alle Generationen geschaffen. Das Siedlungsgebiet verfügt durch mehrere Buslinien über eine sehr gute Anbindung an die Innenstadt. Gleichzeitig ist das Naherholungsgebiet an den Heeper Fichten in fünf bis zehn Gehminuten zu erreichen.
Die Siedlung Spindelstraße (ab 1950)

Mit insgesamt 545 Wohnungen ist das Siedlungsgebiet Spindelstraße das zweitgrößte der Freien Scholle. Die Siedlung liegt etwa 2,5 km von der Innenstadt entfernt und verfügt über eine gute Anbindung an den öffentlichen Personennahverkehr. Neben Kindergärten und Grundschulen sind auch weiterführende Schulen sehr gut zu erreichen. Die Naherholungsgebiete an der Ravensberger Straße und an der Rußheide befinden sich in unmittelbarer Nähe. Hier gibt es auch sehr gute Sportmöglichkeiten.
Alle Wohnungen des Siedlungsgebietes sind frei von öffentlichen Bindungen. Der größte Teil entstand in den fünfziger Jahren. Weder die Wohnungszuschnitte noch die Ausstattung dieser Wohnungen entsprachen zuletzt den heutigen Ansprüchen an modernes Wohnen. Deshalb begann die Genossenschaft 1992 mit der Vollmodernisierung der Wohnungen. Um der Nachfrage nach familiengerechten Wohnraum zu entsprechen, werden im Zuge der Modernisierung Kleinwohnungen aufgelöst und zu großen Wohnungen zusammengelegt.
Mittelpunkt des Siedlungsgebietes ist das Nachbarschaftszentrum Spindelstraße. Im Verlauf der Modernisierung erweiterte die Freie Scholle den ehemaligen Nachbarschaftstreff zu einem Nachbarschaftszentrum mit einem umfassenden Bildungs- und Begegnungsangebot für alle Generationen. Durch den Anbau einer Fahrstuhlanlage konnten hier außerdem barrierefreie Genossenschaftswohnungen erstellt werden, in denen Betreutes Wohnen möglich ist. Die im Nachbarschaftzentrum angesiedelten sozialen Dienste tragen dazu bei, die Wohnsicherheit im Stadtteil zu erhöhen.
Ergänzt wird das Wohnungsangebot des Siedlungsgebietes durch den Neubau an der Kleinen Howe. Dort baute die Freie Scholle 41 barrierefreie Zwei- und Drei-Zimmer-Wohnungen sowie drei DreiZimmer-Maisonette-Wohnungen. Die Drei-Zimmer-Wohnungen werden ausdrücklich auch an Familien mit Kindern vergeben. Im Siedlungsgebiet Spindelstraße ist es der Freien Scholle gelungen, Wohnungen zu erstellen, die den unterschiedlichen Ansprüchen der verschiedenen Altersgruppen gerecht werden.
Die Siedlung Albert-Schweitzer-Straße (ab1955)

Zwischen 1955 und 1957 entstanden an der Albert-Schweitzer-Straße 269 Wohnungen. Diese Siedlung liegt in überwiegend ruhiger Lage am Rand der westlichen Innenstadt, etwa 2 km vom Stadtzentrum entfernt. Eine Stadtbahnhaltestelle ist in wenigen Gehminuten zu erreichen.
In der Albert-Schweitzer-Straße dominieren Wohnungen mit drei Zimmern, Küche und Bad mit ca. 60 qm. Im Zuge des wirtschaftlichen Aufschwungs in den fünfziger Jahren ging man auf Wunsch der Mitglieder dazu über, den überwiegenden Teil der Wohnungen mit Loggien auszustatten. Alle Wohnungen sind frei von öffentlichen Bindungen.
1998 hat die Freie Scholle mit der Modernisierung des Siedlungsgebietes begonnen. Durch den Neubau von barrierefreien und familiengerechten Wohnungen mit zwei bis vier Zimmern, die den vorhandenen Bestand ersetzen, schafft die Genossenschaft zurzeit die Voraussetzung für lebensgerechtes Wohnen.
Die Siedlungen Flehmannshof und Dürerstraße (ab 1958)

Eine ausgesprochen ruhige Lage zeichnet die Ende der fünfziger Jahre fertig gestellte Siedlung Flehmannshof mit 171 Wohnungen aus. Sie liegt etwa 2 km vom Teutoburger Wald direkt am Grünzug im Westen der Stadt. Die Entfernung zur Bielefelder Innenstadt beträgt 3 km.
Die Wohnungen sind fast alle mit Balkonen ausgestattet, aber noch nicht umfassend modernisiert. Überwiegend sind Drei-Zimmer-Wohnungen mit 60 bis 65 qm Wohnfläche vorhanden. Alle Wohnungen sind frei finanziert.
Die Siedlung Dürerstraße mit 73 Wohnungen entstand 1977. Die Wohnungen werden von Grundriss und Ausstattung modernen Anforderungen gerecht, unterliegen aber bis zum Jahr 2006 den öffentlichen Bindungen. Beide Siedlungen verfügen über einen Gemeinschaftsraum.
Die Siedlung Allensteiner Straße (ab 1961)

Die im Stadtteil Stieghorst gelegene Siedlung wurde 1961/62 bezogen. Sie umfasst 200 Wohnungen. Dabei handelt es sich überwiegend um Drei-Zimmer-Wohnungen mit 60 bis 65 qm Wohnfläche. Wohnungen unter 50 qm Wohnfläche gibt es in dieser Siedlung nicht.
Die ruhig gelegenen Wohnungen sind alle mit Balkonen ausgestattet, aber noch nicht modernisiert. In unmittelbarer Nähe befindet sich ein Park, im nahegelegenen Einkaufszentrum bestehen sehr gute Einkaufsmöglichkeiten. Die Innenstadt ist ca. 6 km entfernt. Ein Stadtbahnanschluss bietet eine direkte Verbindung zur Innenstadt.
Zum Siedlungsgebiet Allensteiner Straße gehören auch Einzelhäuser in der Schneidemühler Straße, Breslauer Straße und am Winkelkamp. Alle Wohnungen dieses Siedlungsgebietes sind frei finanziert.
Die Siedlung Siebenbürger Straße (ab 1964)

Die Siedlung entstand in zwei Bauabschnitten zwischen 1964 und 1969. Sie sollte in erster Linie Wohnungen für junge Familien bereitstellen. Die Wohnungszuschnitte entsprechen daher mit ca. 70 qm und mehr den heutigen Anforderungen. Im Gegensatz zu den umliegenden Siedlungsbereichen sind hier außerdem die Freiflächen zwischen den Häusern sehr großzügig bemessen. Im Zentrum der Siedlung liegt ein Wasch haus, das allen Mitgliedern zur Verfügung steht. Außerdem befindet sich in der Siedlung ein Nachbarschaftstreff, der von allen Generationen genutzt werden kann.
Zwar liegt die Siedlung am östlichen Stadtrand Bielefelds, durch den Stadtbahnanschluss ist die Innenstadt jedoch in etwa zehn Minuten zu erreichen. Die Naherholungsgebiete im Osten der Stadt und der Obersee in Schildesche liegen in der Nähe und bieten gute Freizeitmöglichkeiten. Alle 467 Wohnungen des Siedlungsgebietes sind seit 1998 frei finanziert.
Die Siedlung Bültmannshof und Tempelhofer Weg (ab 1967)

Das Siedlungsgebiet Bültmannshof verfügt über 276 Wohnungen. Sie wurden zwischen 1967 und 1968 bezogen. Eine bevorzugte Lage zwischen Universität und Innenstadt, die Nähe zum Teutoburger Wald und ein eigenes. Einkaufszentrum machen die Besonderheiten dieser Siedlung aus. Die Innenstadt ist mit der Stadtbahn in wenigen Minuten zu erreichen.
In diesem Siedlungsgebiet findet sich eine große Zahl von Wohnungen ab 70 qm Wohnfläche. Ihre Modernisierung wurde 1995 abgeschlossen. Seit 1998 sind sie frei von öffentlichen Bindungen. Die Siedlung verfügt über ein eigenes Waschhaus.
Die 56 Wohnungen am Tempelhofer Weg wurden 1981 errichtet. Neben familiengerechten Wohnungen mit über 80 qm Wohnfläche befinden sich hier Alten- und Schwerbehindertenwohnungen. Einige Wohnungen unterliegen bis Ende des Jahres 2006 den öffentlichen Bindungen. Wohnen für junge Familien bieten die 16 frei finanzierten Wohnungen und Einfamilien-Reihenhäuser der Wohnanlage am Gatower Weg.
Die Siedlung Sennestadt (ab 1970)

Das Siedlungsgebiet teilt sich in zwei Bereiche. Der Bereich am Senner Hellweg mit 67 Wohnungen wurde 1971 fertig gestellt, die 255 Wohnungen am Verler Dreieck zwischen 1975 und 1982.
Die Wohnungen am Senner Hellweg liegen direkt am Teutoburger Wald, etwa 1,5 km vom Zentrum der Sennestadt entfernt. Alle Wohnungen haben einen Balkon, mehr als zwei Drittel der Wohnungen sind zwischen 65 und 70 qm groß. Diese Wohnungen sind frei finanziert.
Der Bereich Verler Dreieck liegt im Südwesten der Sennestadt, zehn Gehminuten vom Zentrum und den Naherholungsgebieten entfernt. Der überwiegende Teil der Wohnungen ist mit 75 qm und mehr besonders für Familien mit Kindern geeignet. Die Wohnungen liegen zwar noch bis zum Jahr 2006 in den öffentlichen Bindungen, Freistellungen können jedoch beantragt werden. Im Siedlungsgebiet befindet sich ein Gemeinschaftsraum.
Die Siedlung Stutenhof (ab 1999)

Die Wohnanlage Stutenhof mit 33 frei finanzierten Wohneinheiten liegt im Ortsteil Heepen. Um den Mitgliedern der Freien Scholle sicheres Wohnen in jedem Lebensabschnitt anzubieten, wurden hier bis März 2000 eine Vielzahl unterschiedlicher Grundrisse gebaut. Während die Einfamilien-Reihenhäuser insbesondere jungen Familien mit Kindern vorbehalten sind, eignen sich die barrierefreien Zwei- und Drei-Zimmer-Wohnungen im Erdgeschoss sehr gut für Rollstuhlfahrer oder Gehbehinderte. In den Maisonette-Wohnungen im Obergeschoss lassen sich dagegen individuelle Wohnformen verwirklichen.
Die Bielefelder Innenstadt ist durch eine regelmäßig verkehrende Busverbindung in 20 Minuten zu erreichen. Der Heeper Ortskern mit sehr guten Einkaufsmöglichkeiten und Ärzten verschiedener Fachrichtungen liegt nur wenige Gehminuten entfernt. Außerdem verfügt der Stadtteil Heepen über ein breites Angebot an Kindergärten und Schulen.
Die Siedlung Gottlob-Binder-Straße (ab 1999)

Auf dem Gelände der ehemaligen Stadtgärtnerei an der Dammwiese baute die Freie Scholle das Siedlungsgebiet Gottlob-Binder-Straße mit insgesamt 64 frei finanzierten Wohnungen und einem Gemeinschaftsraum.
Das Siedlungsgebiet liegt in einem Grünzug im Bielefelder Westen. Ein Stadtbahnanschluss mit einer direkten Verbindung zur Innenstadt ist nur wenige Gehminuten entfernt. Gute Einkaufsmöglichkeiten sind vorhanden.
Auf Grund der großen Nachfrage baute die Genossenschaft hier vor allem familiengerechte Wohnungen sowie eine Zwei-Zimmer-Wohnung. Vier Erdgeschoss-Wohnungen wurden barrierefrei errichtet. Da außerdem auch Maisonette-, Reihenhaus- und Familien-Wohnungen gebaut wurden, steht auch in diesem Siedlungsgebiet Wohnraum zur Verfügung, der den unterschiedlichen Ansprüchen an das Wohnen gerecht wird.
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