Genossenschafts-Archiv.de
  |  Logout 10.09.2010  00:09:08    
1975-1989

Ab Mitte der 1970er Jahre setzte bei der GWS nach der Neubauphase seit den 1950er Jahren die Phase der Modernisierung der Wohnungsbestände ein. Die Mitgliederzahl der Genossenschaft nahm nur noch geringfügig zu von 4338 im Jahre 1975 bis auf 4640 im Jahre 1989. Darunter waren zudem rund 200 Mitglieder der 1977 von der GWS übernommenen „Bauverein Mengede eG“.

Mit der Fassadenerneuerung im Bereich Cimbernstraße und Teutonenstraße begann im Althausbesitz Mitte der 1970er Jahre ein neues Kapitel der Modernisierungsmaßnahmen. Die GWS bekannte Farbe: "Farbige Fassaden, Freundliche Umwelt, Schöneres Dortmund", war der Slogan von 1976. Die neuen, farbigen Fassaden waren ein erster bewusster Schritt, das Stadtbild positiv zu beeinflussen, aber auch bewusste Besinnung auf die historischen Wurzeln. Wie die Modernisierung des Altbaubestandes an der Teutonenstraße, der historischen Wiege des ehem. Hörder Spar- und Bauvereins, belegt, "wurde die durch unsere Gründer vorgegebene gelungene neue Architektur zu neuem Leben entdeckt. Bauliche Details wurden behutsam aufgenommen und weisen den Betrachter auf genossenschaftliche Wohnkultur hin."

Die GWS, als Hörder Spar- und Bauverein vor 100 Jahren gegründet, blieb ihren Ursprüngen verpflichtet und hat selbst am Umbau des Hörder Stadtbildes aktiv mitgewirkt. Die Empfehlung des Gutachtens, das "Schließen von Baulücken und die Durchführung von Einzelmaßnahmen zur Verbesserung der Baustruktur können wesentliche Beiträge zur Aufwertung des Stadtimages werden", fielen bei der GWS auf fruchtbaren Boden.

Die GWS begann mit der Bebauung von zwei zentral gelegenen Grundstücken in der Hörder City. Auf dem knapp 2.000 qm großen Gelände zwischen Semerteichstraße, Friedrich-Ebert-Straße und Rathausstraße entstanden 37 Wohnungen, Ladenlokale und Arztpraxen. Auf dem Gelände des alten Amtsgerichts errichtet die GWS ein Wohngebäude mit einem Großraumladen im Erdgeschoss. Ein großer Teil der Wohnungen war für Senioren vorgesehen. Bedarfsgerechtes Wohnen wurde mit einer attraktiven Wohnumfeldgestaltung verbunden. Das alte genossenschaftliche Motto des Hörder Spar- und Bauvereins "Nicht billige, sondern gesunde Wohnungen" fand seit den 1970er Jahren in der architektonischen Leitidee "Schöner wohnen und besser leben im Hörder Zentrum" seine zeitgemäße Entsprechung. Zuletzt nahm sich die GWS dem ungeordnetem und verwildertem Freigelände am Schallacker an und setzte postmoderne architektonische Akzente.

(aus Festschrift: 100 Jahre gws, 1897-1997)
Noch keine Dokumente vorhanden