1975-1989
Mit der Beseitigung der Wohnungsknappheit bis Mitte der 1970er Jahre, begann auch der Spar- und Bauverein damit, Althausbestände zu modernisieren. Als größtes Objekt, für das man sogar einen Abriss und Neubau erwogen hatte, wurde die Siedlung Böckerhof mit rund 500 Wohnungen komplett saniert. Die Siedlung war in der Zeit der Weltwirtschaftskrise gebaut worden und bereits damals zur Kostenersparnis in einfachster Bauausführung.
Trotz der Schwerpunktsetzung auf Modernisierungsmaßnahmen wurden auch größere Neubauprojekte umgesetzt. Mit dem Siedlungsprojekt Unnersberg überschritt der Bestand des Spar- und Bauvereins Anfang der achtziger Jahre die Grenze von 7000 Wohnungen. Der Unnersberg wurde zum größten zusammenhängenden Neubaugebiet der Genossenschaft in den 1980er Jahren. Erstmals seit 1945 war die Infrastruktur einer Siedlung wieder stärker darauf ausgerichtet, mehr als nur Wohnraum zu bieten.
In den Jahren 1982 bis 1995 entstanden insgesamt 341 Wohnungen, viele auf die Bedürfnisse bestimmter Bewohnergruppen zugeschnitten. 104 davon sind spezielle Altenwohnungen mit Betreuung. Von den 237 Miet-/Genossenschaftswohnungen sind weitere acht altengerecht und zehn behindertengerecht.
Bereits 1970 und 1973 hatte der Spar- und Bauverein unzusammenhängende Grundstücke am Unnersberg erworben. Ursprünglich sah der Bebauungsplan Hochhäuser im Tal und Bungalows am Berg vor. Veränderte öffentliche Wahrnehmung kippte aber diese Planung. Die Stadt erhielt im Umlegungsverfahren für die verstreuten Talflächen ein zusammenhängendes Areal, das von der Brühler Straße, der Eichenstraße und dem Unnersberg begrenzt wurde.
Das gesamte Projekt fächerte sich in mehrere Bauabschnitte auf. Von der Brühler Straße führte die neugeschaffene Goudastraße als Haupterschließungsstraße in die Siedlung. Von dieser verkehrsberuhigten Ringstraße zweigten die PIanstraßen Kiebitz-, Kleiber- und Zaunkönigweg ab. Den Abschluss der Maßnahme bildeten zwei Bauabschnitte an der Unnersberger Allee.
In Zusammenarbeit mit der Stadt gelang ein modellhaftes Siedlungsprojekt, das städtebauliche Akzente setzt. Trotz relativ großer Verdichtung hat eine kleinmaßstäbliche und differenzierte Architektur ein Gefühl von Privatheit geschaffen.
(aus Festschrift: 100 Jahre Spar- und Bauverein Solingen eG, 1897-1997)
|
Noch keine Dokumente vorhanden |