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1975-1989

Bis Mitte der 1970er Jahre hatte der Bauverein Gevelsberg wesentlich dazu beigetragen, dass die Wohnungsnot beseitigt werden konnte. Nun begann für die Genossenschaft eine Phase, in der der Wohnungsbau sich an neuen Bedarfen ausrichten musste.

Eigenheime und Eigentumswohnungen

„1976 konzentrierte sich die Bautätigkeit im wesentlichen auf Eigentumsmaßnahmen in bevorzugten Wohngebieten: Elf Eigenheime in der Wohnanlage Asternstraße, für die sich sehr schnell Bewerber meldeten, sowie zunächst neun Eigentumswohnungen auf dem Börkey. Im Dreieck Asbecker-, Amsel- und Nachtigallenstraße war von der Firma Hoesch ein Grundstück erworben worden, das insgesamt für 33 Wohnungen reichte... Im Mietwohnungsbau mußte kürzer getreten werden, denn der Brunnen
öffentlicher Förderungsmittel versiegte immer mehr. Die Eigenheime an der Asternstraße wurden nach rund einjähriger Bauzeit zwischen dem 1. Juli und 1. September 1977 bezogen. Die Käufer erhielten sie, einschließlich Grundstück und Garage, für 230.000 bzw. 250.000 DM.... Auf dem Börkey blieb es nicht bei den zunächst geplanten neun Eigentumswohnungen. Die Nachfrage war größer als erwartet. 1977 begannen die Arbeiten für zwei weitere Häuser mit zusammen 24 Wohnungseinheiten. Bis Ende März 1978 waren alle bezugsfertig. Quadratmeterpreis 1500 DM.“

Erstmals Altenwohnungen geplant

„Groß war zu dieser Zeit auch die Nachfrage nach Wohnraum für ältere Leute. Der Gemeinnützige Bauverein war bereit, die Lücke auszufüllen und plante den Bau von 30 Altenwohnungen an der Feverstraße. Als das bekannt wurde, meldeten sich annähernd 100 Bewerber... Öffentliche Mittel wurden lediglich für zwölf Wohnungen bewilligt... Zum 1. Juni 1979 konnten die Senioren dann endlich die ersten Altenwohnungen in Gevelsberg beziehen... Aus den übrigen geplanten 18 Alten- wurden ebensoviele Eigentumswohnungen. Eine Wohnung von 110 qm kostete einschließlich Garage 190.000 DM.“

Bestandspflege

„Das Geschäftsjahr 1983 charakterisierte der Geschäftsführer anläßlich der Mitgliederversammlung am 28. Mai 1984 so: "Gebotene Zurückhaltung in der Neubautätigkeit, aber große Anstrengung in der Wohnungsbestandspflege durch Instandhaltungsarbeiten und Modernisierungen". Dieser Aufgabe stellte sich die Genossenschaft schon seit sechs Jahren. 1983 waren 670.000 DM für Renovierungen und 1,7 Millionen DM für Modernisierungen (Energiesparmaßnahmen) aufgewendet worden. Die Aufwendungen nahmen in den folgenden Jahren zum Teil noch zu. Positiv zu Buche schlugen 1983 ebenfalls der Zuwachs auf 2.456 Mitglieder und die Erhöhung des Geschäftsguthabens auf 3,3 Millionen DM.“

1988: 90-jähriges Bestehen

„Das 90jährige Bestehen des Gemeinnützigen Bauvereins Gevelsberg im Mai 1988 bot doch Anlaß, Bilanz zu ziehen. Und die wies stolze Zahlen auf: Der seit langem größte Hausbesitzer in Gevelsberg verwaltete 1.590 Wohnungen und verfügte über 544 Garagen. 2.600 Mitglieder hatten 2.800 Anteile (pro Anteil 1.250 DM) gezeichnet. Allerdings: Die Neubautätigkeit stagnierte. Nicht, weil es keinen Wohnungsbedarf gegeben hätte, sondern der Brunnen öffentlicher Mittel war nahezu ausgeschöpft. Die Häuser "An der Maus" waren vor zwei Jahren die letzten Neubauten gewesen. Gezwungenermaßen setzten Vorstand und Aufsichtsrat eine andere Zielrichtung: "Das Geschaffene erhalten, ergänzen und verbessern".

(aus Festschrift: 100 Jahre Bauverein Gevelsberg eG, 1898-1998)

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