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1950-1974

Fast 4000 neue Wohnungen baute der Spar- und Bauverein in dem Viertel-Jahrhundert nach der Währungsreform. Zwischen Januar 1951 und Juli 1952 wurden alle Wohnungen, die zwischen 90% und 100% zerstört waren, wieder errichtet und damit sämtliche Wohnungen des Wiederaufbauprogramms fertiggestellt.

Wiederaufbau und besonders Neubauprojekte erfolgten nun Schlag auf Schlag in einem rasanten Tempo: Den Anfang machte ab November 1952 die neue Großsiedlung Kotter Straße mit 391 Wohnungen in 80 Häusern. Da die Landesmittel gebunden waren, mussten die meisten der bis 1953 fertiggestellten Wohnungen an Aussiedler, Flüchtlinge und Ausgebombte vergeben werden. Es folgte im Herbst
1953 die Instandsetzung des Verwaltungsgebäudes mit eingeschossiger Aufstockung und einem neuen Dach, ab Dezember 1953 das Bauvorhaben Wupper- und Klauberger Straße mit 62 Wohnungen in 14 Häusern, ab Februar 1954 das Projekt Nietzschestraße mit 48 Wohnungen sowie zahlreiche kleinere Projekte mit insgesamt etwa 100 Wohnungen. Bis Ende des Jahres waren alleine vom Spar- und Bauverein 635 Flüchtlings- und Umsiedlerfamilien neue Wohnungen zugeteilt worden.

1955 entstand die Siedlung Cronenberger Straße (129 Wohnungen), Ende 1956 wies die Bilanz einen Bestand von 4664 Wohnungen, 97 gewerblichen Räumen, einer Gaststätte, zwei Dampfwäschereien, einem Verwaltungsgebäude, einem Belegschaftsheim am Pfaffenberg, zwei Werkstattbaracken und zwei Lagerschuppen aus.

Anfang 1957 wurde u.a. mit den Projekten Glockenstraße (42 Wohnungen), Kasinostraße (31 Wohnungen) und Florastraße (6 Wohnungen) sowie kleineren Projekten mit insgesamt 105 Wohnungen begonnen, während ab Mitte 1957 das Gebiet zwischen Platzhofstraße und Königsmühler Weg mit 110 Wohnungen bebaut wurde. 1958 folgten am Stockkamp 60 Wohnungen, an der Klingenstraße 156 Wohnungen und - in einem Gemeinschaftsprojekt mit der Stadt - am Wasserturm 262 Wohnungen.

Im November 1961 konnte der Spar- und Bauverein mit der Schlagzeile "Letzter Wiederaufbau" den Aufbau der Siedlung Malteserstraße ankündigen, die als einzige zerstörte Siedlung bisher nicht wiedererrichtet worden war, weil die Stadt an dieser Stelle eine Grünanlage plante und deshalb einen umfangreichen Grundstückstausch mit dem Spar- und Bauverein beabsichtigte. Nach dem Tausch verfügte der Verein über Baugelände an der Malteser-, Dorper- und Schwertstraße, das mit 67 Wohnungen in zwölf Häusern, zusammengefasst in sieben Blöcken, bebaut wurde.

1971 entstand auf freiem Feld ein neuer Stadtteil: die Hasseldelle. Maßgeblich daran beteiligt war der Spar- und Bauverein mit zwölf dreigeschossigen, zwei viergeschossigen, drei sechsgeschossigen und zwei achtgeschossigen Häusern. 75 Zweizimmer-Wohnungen, 97 Dreizimmer-Wohnungen und 20 Vierzimmer-Wohnungen wurden mit ihrer Fertigstellung 1971 zu einem wesentlichen Element des Wiederaufbaus. Aussicht und Komfort der Bauvereinswohnungen lösten damals Begeisterung aus. Doch bald änderte sich die Wahrnehmung, galt die HasseIdeile als charakteristischer anonymer Hochhausklotz der siebziger Jahre. Trotzdem stellte das Viertel bei seiner Planung eine erhebliche Entlastung der Wohnungssituation in Solingen dar.

(aus Festschrift: 100 Jahre Spar- und Bauverein Solingen eG, 1897-1997)
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