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1950-1974

Im Juli 1949 begann der Bau- und Sparverein Gevelsberg nach dem Zweiten Weltkrieg mit der Errichtung der ersten Neubauwohnungen an der Berger Straße Ecke Gartenstraße. Wegen der ständig steigenden Wohnungsnot führte die Genossenschaft in den beiden folgenden Jahrzehnten die größten Bauprogramm in ihrer Geschichte aus. Nachdem die DM-Eröffungsbilanz nach der Währungsreform 148 Wohnungen im Besitz des Bau- und Sparvereins auswies, überstieg die Zahl 1971 die Grenze von 1.000 Wohnungen.

Am 23. Juli 1950 beschloss die Mitgliederversammlung eine Umbenennung: Aus dem bisherigen Bau- und Sparverein wurde der „Gemeinnützige Bauverein eGmbH“. Ebenfalls 1950 wurde die Gevelsberger Wohnungsbau- und Siedlungsgesellschaft gegründet. Gesellschafter war die Firma W. Krefft AG, die Wohnungen für ihre Mitarbeiter baute. 1970 übernahm der Bauverein die Gesellschaft.

Die Wohnungsnot in Gevelsberg stieg auch aufgrund der Ost-Flüchtlinge. 1951 übernahm  der Bauverein im Rahmen eines Flüchtlings-Umsiedlungsprogramms erstmals den Bau von 44 Wohnungen an der Schellmark- und Hagener Straße.

Großprojekt Bredderkamp in Vogelsang

„Ende der fünfziger Jahre waren in Gevelsberg noch 2600 Wohnungssuchende registriert. Auch in unserer Genossenschaft war die Liste der Mitglieder, die auf eine Wohnung warteten, lang. Dennoch beschloß die Stadtverordnetenversammlung im Oktober 1959, den Wohnungsausschuß, der bisher bei der Vergabe von Wohnungen ein Mitspracherecht gehabt hatte, aufzulösen.
Ein erster Schritt zur Aufhebung der Zwangswirtschaft. Die Einwohnerzahl der Stadt belief sich auf 31.660 Personen. Darunter befanden sich 4260 Flüchtlinge und Vertriebene sowie 300 Ausländer.
Die Zahl der ausländischen Mitbürger nahm dann noch beträchtlich zu, da es in der Wirtschaft boomte und die Arbeitsplätze nicht mehr allein von Einheimischen besetzt werden konnten. Mithin wuchs der Wohnungsbedarf. 1958/59 nahm der Gemeinnützige Bauverein das größte geschlossene Siedlungsvorhaben seit Gründung der Genossenschaft in Angriff. Bebaut wurde das genossenschaftseigene Gelände am Ufer/Poeten in Vogelsang... In mehreren Bauabschnitten entstanden an einer neuen Erschließungsstraße zwischen Ufer- und Breddestraße in zehn Wohnblocks insgesamt
150 Wohnungen. Ein siebengeschossiges Punkthaus mit 21 Wohnungen setzte einen optischen Akzent.“

Im Jahr des 75-jährigen Bestehens der Genossenschaft 1973 hatte sie insgesamt 1230 Wohnungen gebaut. Nun entstand in der Siedlung Berge-Knapp das größte Bauprojekt, im damals üblichen Hochhausstil. Ende des Jahres 1973 waren die ersten Wohnungen fertig gestellt und am 2. Januar konnten die ersten Mitglieder einziehen. Ein Jahr später waren alle 220 Wohnungen bezogen.

(aus Festschrift: 100 Jahre Bauverein Gevelsberg eG, 1898-1998)
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