1950-1974
Allein im Geschäftsjahr 1949 erwirbt die Genossenschaft insgesamt 28.558 qm Bauland. Unter anderem entstehen Geschosswohnungsbauten an der Petrikirchstraße in Weende, an der Friedensstraße in Rosdorf, An den Stültewiesen in Grone, an der Hermann-Hanker Straße oder dem Weißdornweg. Aber auch Einfamilien-Reihenhäuser entstehen in den 1950er Jahren am Nussanger oder am Beekweg.
Nur wer weiß, unter welchen Bedingungen und in welcher Enge die Menschen in dieser Zeit hausten, kann ihre Freude über eine neue, eigene Wohnung nachvollziehen. So ist der Neubau für die Genossenschaft in dieser Zeit vorrangig. Dabei stellt die Genossenschaft für damalige Verhältnisse hohe Ansprüche an Komfort. Es muss gespart werden aber nicht auf Kosten der Lebensqualität der Mitglieder. Im Geschäftsbericht von 1953/54 heißt es: „Unsere Wohnungen sind größer und schöner geworden und es wird alle unsere Baugenossen erfreuen, dass wir in Zukunft keinen Neubau einer Mehrraumwohnung bauen wollen, in welcher der Wohnraum nicht mindestens 20 qm groß ist. Die gesamte Familie soll sich darin zusammenfinden können...“
Die 50er Jahre sind nicht nur vom wirtschaftlichen Aufbau geprägt. Ein instabiler Kapitalmarkt. Die Genossenschaft erlebt auch Rückschläge. Trotzdem kann Ende 1959 wieder zügig gebaut werden. Allein in diesem Jahr investiert die Genossenschaft rund 4,5 Millionen DM an Baukosten. Zahlreiche genossenschaftliche Neubauten entstehen und prägen das Gesicht der wachsenden Stadt.
1966 wird die Baukonjunktur schwächer. Steigende Kapitalzinsen, zunehmende Bodenspekulationen und knapp werdende öffentliche Mittel. Auch die Aktivitäten der Volksheimstätte Göttingen leiden darunter. 1965: Bau von 304 Wohnungen und 99 Garagen; 1966: Baubeginn von nur noch 69 Wohnungen und 21 Garagen. 1967/68: Gesteigerte Bautätigkeit. Mit dem Überhang aus 1966 sind wieder 100 Häuser mit 337 Wohnungen und 77 Garagen im Bau. Auch in Zeiten der Krise erfüllt die Genossenschaft ihren Auftrag.
Und im Jahr 1968 zieht die Volksheimstätte in „neue vier Wände“: In den Neubau des Verwaltungsgebäudes Godehardstraße 26/ Ecke Königsallee. 1973, im Jahr ihres 25-jährigen Bestehens erreicht die Volksheimstätte einen neuen Rekord an fertiggestellten Wohnungen, bevor der Neubau aufgrund steigender Kosten rapide zurückgeht und die Genossenschaft sich mehr und mehr der Modernisierung ihrer Wohnungen zuwendet.
(aus Festschrift: 50 Jahre sicheres Wohnen, 1948-1998)
|
Noch keine Dokumente vorhanden |