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1937-1949


Westfälische Landeszeitung 1937:

Bis Ende 1942 hatte die Bau- und Siedlungsgenossenschaft 228 Wohnungen gebaut, davon 160 für den Erwerb durch Mitglieder gedacht, Zweifamilienhäuser sowie 68 Genossenschaftswohnungen in Mehrfamilienhäusern. Zu den Gründungsmitgliedern zählten neben der städtischen „Iserlohner gemeinnützigen Baugesellschaft“ sowie der Stadt Iserlohn die Schreibfedernfabrik Brause&Co., das Papierverarbeitungswerk Dossmann, das Kaufhaus Baase&Kerpmann, die Metallwarenfabrik Vollmann&Schmelzer, das Exportgeschäft Kirschbaum&Siebrecht, die Metallwarenfabrik Knies&Söhne, die Fabrikanten Kirchhoff und Dahmen. Ende 1939 waren unter den 330 Mitglieder 33 „Industrielle und Gewerbetreibende und u.a. 268 Arbeiter, Angestellte und Beamte.

„Iserlohn. Die Kreisleitung der NSDAP  hat bekanntlich vor einigen Wochen den Anstoß dazu gegeben, dass die Wohnungsnot in Iserlohn mit allen Kräften behoben werden soll. Es kam dann zur Gründung der Bau- und Siedlungsgenossenschaft, an die seitens der Stadtverwaltung 100.000 RM und seitens der Bevölkerung ungefähr 75.000 RM eingezahlt wurden. Viele Volksgenossen sind darunter, die einen Anteil von 800 RM erworben haben, der teilweise in Raten eingezahlt wird. Die Genossenschaft umfasst also breiteste Kreise, so dass sie für ihre Arbeit eine gute Basis gefunden hat.

Schon in diesem Jahre ist ein Bauprogramm vorbereitet worden, das 160 Kleinwohnungen umfasst. Von diesen werden 56 am Grünen Weg und an der verlängerten Feldstraße gebaut, die übrigen 104 sollen auf dem Gelände südlich der Oestricher Straße errichtet werden. Die größte Zahl der Wohnungen wird in Form von kleinen Zweifamilienhäusern gebaut, auch soll den Wünschen vieler Baulustiger entsprochen werden, , die ein Eigenheim erwerben wollen. Über den voraussichtlichen Kaufpreis und über die Anzahlungsbedingungen gibt die Geschäftsstelle der Siedlungsgenossenschaft Auskunft, aber auch bei der Deutschen Arbeitsfront und beim Stadtbauamt kann jederzeit Näheres in Erfahrung gebracht werden. Die Mieten sind so gehalten, dass sie für jede Familie tragbar sind, sie werden in keinem Falle 28 RM im Monat übersteigen. Die Finanzierung dieses Bauvorhabens ist gesichert, auch der Grund und Boden ist bereits erworben. Ein Teil der Bauten konnte schon in Angriff genommen werden.

Es besteht die Absicht, im Laufe der nächsten Jahre das Gelände südlich des Oestricher Weges restlos zu bebauen, da die hier vorhandenen Grundstücke, trotz aufgelockerter Bauweise, für mindestens 200 Wohnungen ausreichen. Das augenblickliche Bauprogramm ist also erst ein vielversprechender Anfang. Zusammen mit der bereits an der anderen Straßenseite vorhandenen Kleinsiedlung wird hier eine wirklich schöne Gemeinschaftssiedlung entstehen, die Iserlohn um einen ganzen Stadtteil erweitern wird. Man hat auch Ladenlokale für Bäcker und Lebensmittelgeschäfte vorgesehen und ein Gemeinschaftshaus soll es den Bewohnern dieser in sich geschlossenen Siedlung ermöglichen, sich zusammenzufinden, wenn eine besondere Veranstaltung geplant ist. Den hier wohnenden Müttern soll aber auch Erleichterung verschafft werden. Man hat in Aussicht genommen, einen Kindergarten der NSV einzurichten. Die notwendigen Schritte sind jetzt schon eingeleitet worden, so dass wir wohl im kommenden Jahre den dritten NSV-Kindergarten in Iserlohn aufmachen können.

Im Wesen einer Baugenossenschaft liegt es begründet, dass alle diejenigen, die eine durch die Genossenschaft hergestellte Wohnung mieten oder ein Eigenheim erwerben wollen, Mitglied dieser Genossenschaft sein müssen. Es wird daher jedem, der eine gute und billige Wohnung wünscht, empfohlen, sich als Mitglied anzumelden und einen Genossenschaftsanteil zu erwerben. Der Genossenschaftsanteil beträgt 300 RM. Er kann von minderbemittelten Volksgenossen in monatlichen Raten von 4,20 Reichsmark, in Ausnahmefällen sogar von 2,10 RM eingezahlt werden. Die auf diese Weise zusammenkommenden Gelder geben die Möglichkeit, weitere Bauvorhaben durchzuführen.

Der Iserlohner Industrie ist hier eine ausgezeichnete Möglichkeit geboten, den vorhandenen Stamm von Facharbeitern bodenständig zu machen und durch Gestellung eines Eigenheims an den Arbeitsplatz zu binden. Überall im Kreis Iserlohn werden die Pläne der Siedlungsgesellschaften von den eingesessenen Firmen durch Bereitstellung von Bausummen tatkräftig gefördert; so dass zahlreiche Werkssiedlungen entstanden sind. Was im Kreise möglich ist, sollte sich auch in Iserlohn selbst durchführen lassen. Die Firmen brauchen ja nur dazu übergehen, für ihre Gefolgschaftsmitglieder einen Genossenschaftsanteil zu erwerben. Wo ein Wille ist, da gibt es auch einen Weg; hier ist der Weg schon vorhanden und es kommt nur noch auf den guten Willen der Betriebsführer an. Also frisch ans Werk! Der Iserlohner Arbeiter wird es dem fortschrittlich gesinnten und auf die Volksgemeinschaft ausgerichteten Betriebsführer zu danken wissen.“


Mankuskript ohne Datum:
Ein schöner Beweis von Betriebskameradschaft: Bei der Firma Ww. Wilh. von Hagen, Metallwarenfabrik, Iserlohn, hat die Gefolgschaft auf Vorschlag des Vertrauensrates den Beschluss gefasst, einen Fonds von l.500,- RM durch freiwillige Überstunden aufzubringen. Aus diesem Fonds soll würdigen wohnungssuchenden  Arbeitskameraden, die nicht über die notwendigen Barmittel verfügen, Beihilfen gegeben werden, um so schnell als möglich einen vollen Anteil an der neu gegründeten Bau- und Siedlungsgenossenschaft erwerben zu können. Nachdem der Fonds von den ausgewählten Arbeitskameraden durch ratenweise Abtragung der empfangenen Gelder wieder aufgefüllt ist, soll damit andern Wohnungsbedürftigen Arbeitskameraden geholfen werden, schnellstens einen Genossenschaftsanteil voll einzuzahlen. Hier wird ein Weg gezeigt, der wohnungsbedürftigen Arbeitskameraden schneller zu einer Wohnung verhilft, als wenn jeder für sich allein den Genossenschaftsanteil aufbringen müsste. Zugleich wird hiermit auch ein schöner Beweis wahrer Betriebsgemeinschaft gegeben, der der Nachahmung wohl wert ist.

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