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1930-1949

Das letzte Bauvorhaben vor dem Zweiten Weltkrieg war die Errichtung von 56 Wohnungen an der Nordstraße und am Heelweg in den Jahren 1937 und 1938. Der Bestand der Genossenschaft belief sich jetzt auf 116 Eigenheime mit 232 Wohnungen und 114 Mietshäuser mit 467 Wohnungen.

Das Naziregime beeinflusste auch die Geschichte der Genossenschaft. Dies zumindest lassen die wenigen Spuren vermuten, die als Dokumente aus der Zeit von 1933 bis 1945 noch erhalten sind. Durch den sogenannten „Gleichschaltungserlass“ Hitlers mussten sich die Mülheimer Wohnungsgenossenschaften 1942 zusammenschließen. Der Erlass von 1940 betraf den „Spar- und Bauverein“ und die 1920 in Heißen gegründete „Spar- und Baugenossenschaft Eigenheim Mülheim an der Ruhr“. 1942 wurde die neue Genossenschaft „Mülheimer Wohnungsbau (gemeinnützige Wohnungsgenossenschaft) eGmbH“ in das Genossenschaftsregister eingetragen.

Die Mülheimer Wohnungsbau Genossenschaft verfügte nun über insgesamt 347 Häuser mit 1.612 Wohnungen; nicht nur in Mülheim, sondern auch in Essen-Steele, Düsseldorf-Derendorf und Wuppertal-Barmen - die Heißener „Spar- und Baugenossenschaft“ war auch außerhalb der Stadtgrenzen aktiv gewesen.

Die Bautätigkeit ruhte während des Krieges. Man hatte genug damit zu tun, die umfangreichen Bombenschäden zu beseitigen. Nach Kriegsende wurde bald mit der Instandsetzung der zerstörten Häuser begonnen. Rund ein Viertel des MWB-Bestandes, 64 Häuser mit 413 Wohnungen, waren betroffen. Bis zur Währungsreform am 20. Juni 1948 wurden 108 Wohnungen wieder bezugsfertig gemacht.

Die Bereitstellung von Wohnraum für die Bevölkerung stellte eine der Bedingungen für den Wiederaufbau und den wirtschaftlichen Aufschwung nach dem Zweiten Weltkrieg dar und war damit die herausragende wirtschaftliche, soziale und politische Aufgabe in Deutschland. Die wirtschaftliche Bedeutung lag darin, dass der Bausektor einen großen Stellenwert innerhalb der Gesamtwirtschaft hatte; von größter Wichtigkeit für das soziale Leben war der Wohnungsbau wegen der notwendigen Wiedereingliederung von Kriegsheimkehrern und der Integration von Flüchtlingen aus dem Osten. Eine gesellschaftspolitische Dimension ergab sich aus den Wünschen und Vorstellungen, den Lebensstandard der Bevölkerung zu verbessern, um die junge Demokratie zu stärken.

Noch für 1950 wurde in Deutschland ein Wohnungsfehlbestand von ca. 35 % ermittelt. Erst die Wirtschafts- und Währungsreform 1948 sorgte dafür, dass sich die wirtschaftliche Situation stabilisierte und 1950 der Neubau von Wohnungen beginnen konnte.

Auch die Mülheimer Wohnungsbau eG nahm in diesem Jahr mit
neuen Projekten teil am eigentlichen Wiederaufbau Mülheims, schuf 16 neue Häuser an der Arndtstraße und der Engelbertusstraße mit 113 Wohnungen. Der Bestand der Genossenschaft belief sich nun auf 1.864 Wohnungen.

(aus: Fstschrift: 100 jahre Mülheimer Wohnungsbau, 1898-1998)

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