1919-1929
Die „Neußer Arbeiterwohnungs-Genossenschaft“ als Gründungsgenossenschaft der heutigen „Gemeinnützigen Wohnungs-Genossenschaft eG Neuss“ hatte bis zum Ausbruch des Ersten Weltkriegs bereits etwa 200 Häuser mit mehr als 400 Wohnungen gebaut, in der Regel Eigentumshäuser, die im Mietkaufsystem in den Besitz der Mitglieder übergehen sollten. Bis 1926 waren 99 Häuser auf diese Weise verkauft worden.
Vor allem nach der Inflationszeit ab Mitte der 1920er Jahre entstanden dann hauptsächlich Mehrfamilienhäuser mit weiteren rund 400 Wohnungen, die im dauerhaften Besitz der Genossenschaft blieben, bedingt durch die staatliche Förderpolitik für den gemeinnützigen Wohnungsbau, die zur Verfügung stehenden Grundstücke, aber auch, da sich viele Mitglieder aufgrund der wirtschaftlichen Situation kein Eigentum finanzieren konnten.
Von den drei anderen Neusser Wohnungsgenossenschaften, die 1942 mit der Arbeiterwohnungs-Genossenschaft zusammengeschlossen wurden, konnten während der 1920er Jahre in unterschiedlichem Umfang bauen.
Der „Neußer Spar- und Bauverein“ hatte bis 1914 bei Kriegsausbruch 50 Häuser mit 167 Wohnungen gebaut. Nicht nur während der Kriegsjahre, sondern auch in der folgenden Inflationszeit bis 1924 entstanden nur wenige weitere Neubauten. 1926 besaß man 225 Wohnungen.
Die erst 1914 gegründete „Neußer Wohnungs-Genossenschaft für Beamte und Privat-Angestellte“ begann erst 1919 mit dem Wohnungsbau. Durch Unterstützung durch städtische Behörden, der Eisenbahn, der Post, der Justiz, des Zoll-, des Finanz- und des Versorgungsamtes, die Wohnungen für ihre Mitarbeiter benötigten, war sie in den 1920er Jahren recht erfolgreich. Bis 1927 waren rund 150 Wohnungen entstanden, beim Zusammenschluss 1942 besaß sie bereits 367 Wohnungen.
1922 entstand in Neuss die „Ansiedlungs-Genossenschaft für Kriegsbeschädigte“ als Ortsgruppe der am gesamten Niederrhein tätigen Bewegung. Kriegsbeschädigten sollten Eigenheime mit Gartenland zur Verfügung gestellt werden. Ab Mitte der 1920er Jahre musste sie dazu übergehen, Mietwohnungen zu bauen. Nach dem Verkauf der Eigenheime brachte die Genossenschaft 1942 nur noch 2 Häuser mit 13 Wohnungen in das neue Unternehmen ein.
In 1927 veröffentlichten Beiträgen in: „Das Wohn- und Siedlungswesen der Stadt Neuss“ machen alle vier Gründungsgenossenschaften darauf aufmerksam, dass ihre Verwaltungen, einschließlich der in den Häusern für die Hausverwaltung oder Wohnungsbeaufsichtigung tätigen Mitglieder, ehrenamtlich arbeiten.
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