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1906-1918
Wenn die Gewobau 2006 ihr hundertjähriges Bestehen als heute größte Essener Wohnungsgenossenschaft feiern kann, ist das auch das Verdienst vieler lokaler Initiativen von Wohnungssuchenden, die sich in einzelnen Stadtteilen oder nach ihrer Zugehörigkeit zu verschiedenen Berufsgruppen zusammenschlossen. Zwischen 1906 und 1929 waren es 11 selbständige Genossenschaften, die schließlich die „Siedlungsgenossenschaft Essen-Ost eGmbH“ – ab 1959 Gewobau – bildeten. Zwei von Ihnen entstanden noch in der Kaiserzeit. Das Gründungsdatum der ältesten Genossenschaft, des Bauvereins Königssteele gilt heute als Gründungsdatum der GEWOBAU.
Gemeinnütziger Bauverein Königsteele, gegründet 1906
Gründungsdatum der Wohnungsgenossenschaft GEWOBAU Essen ist der 1. April 1906. An diesem Tag wurde der „Gemeinnützige Bauverein eGmbH Königsteele“ von Arbeitern gegründet. Die Genossenschaft baute Wohnungen u.a. an der Bergstr. 27-31, an der Vietingstr. 3-13 Ecke Hellweg 136/138, am Hünninghausenweg 44-54, und an der Bochumer Str. 212-222, die letzten 1929. Mit dem Ausbruch der Weltwirtschaftskrise endete die Bautätigkeit des Königsteeler Bauvereins. Bis zu diesem Zeitpunkt waren 23 Häuser mit 120 Wohnungen für die Mitglieder gebaut worden.
Der Bauverein bestand 36 lang, bis es 1942 zum Zusammenschluss mit zehn weiteren Wohnungsgenossenschaften kam. Ziel der nationalsozialistischen Wohnungspolitik war es zum einen, leistungsfähige Großunternehmen aufzubauen und zum anderen Genossenschaften, die als politisch unsicher eingeschätzt wurden, zu neutralisieren. Die anderen zehn Genossenschaften, die ab 1942 die „Siedlungsgenossenschaft Essen-Ost eGmbH bildeten, entstanden später:
Bauverein Eigenheim Essen, gegründet 1909
Städtische Beamte bildeten am 23. September 1909 die Genossenschaft „Bauverein Eigenheim eGmbH“, um eigenverantwortlich „großräumige Mietwohnungen“ für ihre Mitglieder zu bauen. Die Stadt Essen hatte dem Verein für ihr Wohnungsbauvorhaben das Grundstück im Tal des Moltkeviertels überlassen.
Die von Georg Metzendorf und den Architekten Großkopf & Kunz sowie Kunhenn & Büssing entworfene Villenkolonie in der Schnutenhaus-, Messel- und Weißbachstraße wurde für den Bauverein „Eigenheim“ errichtet. Metzendorf beendete als erster seine Reihenhäuser in der Schnutenhausstraße. Bis 1911 entstanden in der ersten Bauphase 16 Häuser mit insgesamt 18 Wohnungen. Alle Wohnungen hatten rund 100 qm und waren fortschrittlich mit einem Badezimmer und einer Warmwasserspeisung ausgestattet.
Das Innovative der Innenausstattung war ein kombiniertes Heiz- und Kochsystem: die Kachelofen-Zentralheizung. Mit diesem neuartigen Kombinationssystem - Kochen und Heizen in einem - hatte Metzendorf bereits kurze Zeit zuvor die Häuser der international bekannten Margarethenhöhe ausgestattet. Eine Besonderheit der von Metzendorf entworfenen Wohnungen war eine separate, der Wohnküche angeschlossene Spülküche, die ihre Berechtigung auch in kleineren Wohnungen dadurch erhielt, dass Wasserdampf und unangenehme Gerüche in der Wohnküche nicht erwünscht waren. Die Wohnküche, die somit Eigenschaften eines Esszimmers erhielt, wurde um vieles gemütlicher.
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