|
1898
Der 1898 in Iserlohn gegründete Beamten-Wohnungs-Verein wurde 1941 mit der 1937 gegründeten Bau- und Siedlungsgenossenschaft zwangsweise zusammengeschlossen. Seine Mitglieder waren in erster Linie Eisenbahner gewesen. Laut eines Berichts aus dem "Westfälischen Wohnungsblatt", besaß der Verein 1914 drei Einfamilien- und 24 Mehrfamilien-Häuser mit insgesamt 99 Wohnungen.
"Um den Wünschen der Mieter, die größtenteils Eisenbahnbeamte sind, zu entsprechen, wurden 1 Doppelhaus und 2 einfache Häuser am Gerlingherweg in der Nähe des Westbahnhofes errichtet. Das Doppelhaus enthält 6 Wohnungen von je 3 Zimmern und dazu ein geräumiges Bodenzimmer; je 3 Familien haben ein gemeinschaftliches Badezimmer mit Einrichtung. Die Mietpreise bewegen sich zwischen 325 und 365 Mk. Die beiden einfachen Häuser enthalten je 3 Wohnungen mit 4 Zimmern, dazu 1-2 Bodenzimmer und 1 Badezimmer mit Einrichtung für jede Familie. Die Eingänge der Treppenhäuser machen durch den Plattenbelag in Sockelhöhe einen freundlichen Eindruck. Auch das Äußere der Häuser gereicht der Straße zur Zierde... Die Mitgliedschaft ist trotz der Aufkündigungen von 152 auf 160 gestiegen." (aus: Westfälisches Wohnungsblatt 1914, S.95)
„Das verflossene Geschäftsjahr (1915), das für unser Vaterland ganz unter dem Zeichen des Krieges stand, war für unsern Verein ein sehr ruhiges. Wegen Kriegsteilnahme einiger unserer Mieter sind Kündigungen nicht erfolgt, und ist daher der Verein vor Mietausfall bewahrt geblieben, ebenso brauchten Mietnachlässe aus diesem Grunde nicht gewährt werden. Neubauten sind auch in diesem Jahr nicht ausgeführt worden, dagegen sind die inneren Instandsetzungen der Häuser weiter fortgeführt worden. Wo Mieter auf eigene Kosten Instandsetzungen der Wohnungen vorgenommen haben, wurde, soweit erforderlich war, der Anstrich des Holzwerkes auf Kosten des Vereins ausgeführt...“ (aus: Westfälisches Wohnungsblatt 1916, S.96)
„Die Bautätigkeit (1918) ruhte ganz und von den notwendigen Instandsetzungen konnten nur die allernotwendigsten ausgeführt werden. Die Ausgaben hierfür sind aber infolge der hohen Handwerkerlöhne und Materialpreise die gleichen geblieben. Durch kleinere Reparaturen an Wasserkränen und Rolläden sind im letzten Jahre dem Vereine solche Kosten entstanden, daß Vorstand und Aufsichtsrat sich veranlaßt gesehen haben, der Hauptversammlung einen Antrag zu unterbreiten, nach welchem solche Kosten vom Mieter zu tragen sind. Infolge der Mietsteigerungen der Haus- und Grundbesitzer, besonders aber wegen der Unkündbarkeit unserer Wohnungen, herrscht eine große Nachfrage nach unseren Wohnungen. Zurzeit liegen bei unseren 99 Wohnungen über 30 Bewerbungen vor. Hätten die Bewerber schon vor dem Kriege das jetzige Interesse unserem Vereine entgegengebracht, dann brauchten jetzt viele von ihnen unter der Wohnungsnot nicht zu leiden... Da der Verein über kein Baugelände verfügt, so muß er wegen der hohen Grundstücks- und Baukosten vorläufig von einer Bautätigkeit Abstand nehmen.“ (aus: Westfälisches Wohnungsblatt 1919, S.83)
Dem Krieg folgte eine bis 1924 anhaltende Inflation, die die Baukosten verteuerte und Materialknappheit hervorrief. Viele Genossenschaften, so auch der Iserlohner Beamten-Wohnungs-Verein konnten erst mit der Stabilisierung der Währung wieder mit dem dringend notwendigen Wohnungsneubau beginnen. „Das verflossene Geschäftsjahr 1924 kann für unseren Verein als der Anfang des Wiederaufstieges nach schweren Jahren des Niedergangs bezeichnet werden. Dies verdanken wir dem Ende der Inflation und der Stabilisierung der Mark. In der Aufwertung der Geschäftsanteile mit 100% wird wohl unser Verein mit an erster Stelle stehen. Dies ist dadurch erreicht, daß der Verein die günstige Gelegenheit und Zeit benutzte, seine Schulden zum größten Teil abzustoßen. Das Geschäftsjahr 1924 hat mit einer gründlichen Instandsetzung unseres Besitzes den Anfang gemacht. 13 Häuser haben wieder ein würdiges Aussehen erhalten. Die entstandenen Kosten sind durch die Mieten aufgebracht worden... Neubauten konnten wegen der ungünstigen Verhältnisse auf dem Baugeldmarkte nicht ausgeführt werden...“ (aus: Westfälisches Wohnungsblatt 1925, S.101)
|
zum Bilderarchiv
|
|